
Tipps-Archiv:
Sehen Sie sich frei
Das Sehen gehört zu den wichtigsten Sinnesempfindungen des Menschen. Mit den Augen erkennen und unterscheiden wir Farbe, Form, Lage und die Bewegung innerhalb unserer Umwelt.
Rein wissenschaftlich gesehen verläuft das Sehen nach folgendem Muster: das Licht fällt durch die gebogene Hornhaut und die Linse auf den schwarzen Augenhintergrund, der aus der Netzhaut mit ihren Rezeptorzellen und vier weiteren Zelllagen besteht. Das einfallende Bild wird hier abgebildet und von dort aus in Form elektrischer Signale an das Gehirn weitergeleitet.
Die Augen spiegeln nicht nur unsere Umwelt in unserem Gehirn wider, sondern geben eine ganze Menge an Informationen über unsere Denk- und Verarbeitungsprozesse unseres Geistes preis. Das Gleichnis von den Augen als Spiegel der Seele erfährt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Bedeutung. So untersucht z.B. die Blickbewegungsforschung die Zusammenhänge zwischen Augenbewegungen und Verarbeitungsprozessen im Gehirn. Hier gibt es eine große Zahl an Forschungsergebnissen, die in die unterschiedlichsten Richtungen laufen. Anhängern des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) ist schon lange bekannt, dass sich anhand der typischen Augenbewegungen eines Menschen ablesen lässt, wie dieser Informationen verarbeitet, abspeichert und wieder abruft. Charakteristische Augenbewegungen bei Rechtshändern laufen aller Regel nach folgendem Muster ab:
Augen seitlich rechts oder links: Hören
Augen schräg unten rechts: Fühlen
Augen schräg unten links: inneres Selbstgespräch
Augen schräg oben rechts: schöpferisches Nachdenken
Augen schräg oben links: erinnerndes Nachdenken.
Auf diese Art und Weise verrät Ihnen alleine schon die Art der Augenstellung Ihres Gesprächspartners, wo dieser innerlich gerade steht und auf welchem Wahrnehmungskanal Sie dann sinnvollerweise eingehen sollten, um den Zugang zu Ihm zu verbessern.
Eine andere Richtung der Forschung beschäftigt sich mit der therapeutischen Anwendung von bestimmten Augenbewegungen. Hier zu erwähnen ist die EMDR-Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), die mehr und mehr bedeutung in der Therapie von Traumata-Patienten gewinnt. Alleine das Praktizieren bestimmter Augenbewegungsmuster in Verbindung mit dem gedanklichen Abrufen des auslösenden Erlebnisses löst bei einer Vielzahl der Patienten das Trauma auf.
Auch im Yoga ist die Rolle, die der optische Nerv bei der Beruhigung des Geistes spielt, wohl bekannt. Eine Vielzahl von Meditationen arbeitet mit der Technik der Fixierung der Augen auf einen bestimmten Punkt. Dies bewirkt, dass der sonst so stetige Strom der Gedankenketten unterbrochen wird. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn beide Augen in eine leichte Schrägstellung zueinander gebracht werden, so dass sie ein wenig schielen. Ein für die Zwecke der Meditation perfektes Schielen erreichen Sie dann, wenn Sie Ihre Nasenspitze fixieren. Ihre Augen befinden sich dann in dem bestmöglichen Winkel, um dem inneren Treiben Ihres Geistes Einhalt zu gebieten.
Die Meditation, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, hilft dabei, Phobien, Ängsten und Neurosen aufzulösen. Sie kann innerhalb von nur vierzig Sekunden die Wirkung beunruhigender Gedanken neutralisieren. Alles, was Sie dazu tun müssen, ist, sich gerade auf einen Stuhl oder in den Schneidersitz zu setzen, sich wie hier beschrieben einzustimmen (Passwort: ky) und folgende zehn Schritte durchzugehen:
Öffnen Sie die Augen nur einen kleinen Spalt breit. Konzentrieren Sie sich dabei auf die Nasensptize und sagen innerlich „Wahe Guru“ auf diese Art und Weise: bei „Wah“ konzentrieren Sie sich auf das rechte Auge, bei „He“ auf das linke Auge. Bei „Guru“ konzentrieren Sie sich auf die Nasenspitze.
Atmen Sie nun ein und rufen Sie sich das traumatische Erlebnis oder die Sie beunruhigenden Gedanken ins Gedächtnis.
Atmen Sie aus und wiederholen Sie „Wahe Guru“ auf die unter Punkt 1 beschriebene Art und Weise.
Atmen Sie ein und visualisieren und durchleben Sie das traumatische Erlebnis oder die beunruhigenden Gedanken.
Atmen Sie aus und wiederholen Sie „Wahe Guru“ auf die unter Punkt 1 und 3 beschriebene Art und Weise.
Atmen Sie ein und werden Sie zur anderen Person, zu Ihrem Widersacher innerhalb der traumatischen Situation oder des beunruhigenden Gedankens. Wechseln Sie die Rolle und werden Sie der Andere. Erfahren Sie die Situation aus der Perspektive des Anderen.
Atmen Sie aus und wiederholen Sie „Wahe Guru“ auf die unter Punkt 1, 3 und 5 beschriebene Art und Weise.
Atmen Sie ein und vergeben der anderen Person und sich selbst.
Atmen Sie aus und wiederholen Sie „Wahe Guru“ auf die unter Punkt 1, 3, 5 und 7 beschriebene Art und Weise.
Atmen Sie ein und lassen Sie das Ereignis gehen, geben Sie die Energie und Erinnerung daran an das Universum ab.
Bei schweren Traumata und chronischen Angst- und Panikattacken sollten Sie sich an einen entsprechenden Experten wenden, bevor Sie versuchen sich selbst zu behandeln. Jegliche Form der Meditation und spirituellen Praxis kann Ihnen helfen zu gesunden, kann aber auch, falsch angewendet (d.h. nicht unter der Anleitung erfahrener Lehrer), zu größerem Schaden führen. Aus diesem Grunde weise ich Sie explizit darauf hin, dass Sie die hier angeführten Übungen nur alleine machen sollten, wenn Sie keine einschlägige Krankheitsgeschichte haben.

Yogische Tipps bei Erkältung und Grippe
Erkältungen und Grippe nehmen erfahrungsgemäß im Spätherbst und Winter zu. Neben der Vorliebe der Erkältungsviren für nasskaltes Wetter liegt dies an mehreren Gründen: in der kalten Jahreszeit halten sich mehr Menschen in zumeist schlechter gelüfteten Räumen auf, wodurch das Ansteckungsrisiko steigt. Auch hemmt die Kälte die Reinigungsfähigkeit der Flimmerhärchen, die den größten Teil der Atemwege auskleiden. Dies kann zusammen mit der durch die Kälte verursachten Verengung der kleinen Bronchien Infekte fördern. Ein weiterer Grund für das verstärkte Auftreten von Erkältungskrankheiten besteht in der stärkeren Austrocknung der Nasenschleimhaut.
Der Yoga führt das Auftreten von Krankheiten allgemein auf ein Ungleichgewicht der drei Doshas oder Körpersäfte Kapha (Schleim), Pitta (Galle) und Vata (Wind) zurück. Diese müssen sich ebenso wie die wichtigen Pranaströme von Prana (Lebensenergie) und Apana (ausscheidender Energie) in Balance befinden um Reinigung und Ausgewogenheit auf körperlicher und mentaler Ebene zu erreichen. Grundlegende Hypothese ist: die innere schafft die äussere Realität. Schaffen wir es nicht, unseren Geist ausgeglichen und rein zu halten, wird sich dies auch auf körperlicher Ebene manifestieren.Eine regelmäßige Meditationspraxis ist also schon gewissermaßen eine prophylaktische Maßnahme gegen Erkältungen.
Glücklicherweise gibt der Yoga auch noch ein paar praktische Möglichkeiten der Intervention, für den Fall, dass alle Vorbeugung einmal versagt. Hier eine kleine Auswahl:
Eine gute Mudra (Handhaltung) gegen Husten und Erkältung sowie zur Entschleimung ist die sogennante Linga Mudra (siehe Abbildung).

Verschränken Sie dazu beide Hände ineinander und lassen einen der beiden Daumen aufrecht stehen. Der aufgerichtete Daumen wird dabei vom Daumen und Zeigefinger der anderen Hand umschlossen. Diese Mudra erhöht die Körpertemperatur und sollte nicht länger als drei mal täglich für höchstens 15 Minuten durchgeführt werden, ansonsten könnte sich ein Gefühl der Trägheit und Lethargie einstellen.
Bei Erkältungen und aufkommender Grippe gibt es ein paar yogische Ernährungstipps, die Sie ausprobieren können:
Erste Hilfe bei einer aufkommenden Erkältung bietet der Mix bestehend aus dem Saft einer frischen Grapefruit mit etwas Wasser. Was noch etwas besser wirkt ist der Extrakt aus Grapefruitsamen in Wasser aufgelöst. Dazu können Sie sich Tee aus kleingeschnittenem frischen Ingwer bereiten.
Wenn Sie es scharf mögen, dann sollten Sie die Jalapeno-Milch probieren: zerhacken Sie bis zu 5 Jalapeno Chili-Schoten und mixen Sie diese in ca. 300 ml Milch. Seien Sie vorsichtig beim Genuss!
Um Ihr Immunsystem zu boosten können Sie folgendes Rezept ausprobieren: zerkleinern Sie wahlweise 5 Mandeln oder 5 Pistazien oder 5 Cashews und braten Sie sie mit 2 Teelöffeln frischem Ingwer in etwas Olivenöl für ca. 3 Minuten. Dann geben Sie für drei weitere Mintuen eine Tasse Bioghurt dazu bis alles braun ist. Essen Sie dies als erste Speise am Morgen.
Bei einer akuten Erkältung und Grippe sollten Sie vorallem schleimbildende Lebensmittel meiden. Vermeiden Sie also Milch, Milchprodukte (auch Schokolade) Reis und nichtvegetarische Nahrung.
Gute Besserung!
Erste Hilfe bei Müdigkeit
Fühlen Sie sich mal wieder müde und abgeschlagen? Wenn Sie wirklich ausreichend schlafen (die individuellen Grenzen können bei gesunden Menschen zwischen 6 und 9 Stunden Schlaf variieren), kann das viele Ursachen haben. Im Spätherbst tragen die kurzen, dunklen und oft verregneten Tage mit wenig Lichteinfall dazu bei, dass sich der Hormonhaushalt in unserem Körper tendenziell in Richtung Ruhe und Schlaf verändert. Dauerhafter Stress und Alltagshektik führen mittel- bis langfristig in einen Zustand der Erschöpfung und Ermüdung. Auch unsere Nahrung beeinflusst unseren Energiehaushalt. So spielt es zum Beispiel eine Rolle, ob unser Verdauungssystem ständig mit der Verarbeitung von fettigen und schweren Speisen (z.B. Fleisch und Pommes Frites) beschäftigt ist oder ob es nur wenig Energie bedarf, um leichte Nahrungsmittel wie Hirse, Obst und Gemüse zu verdauen.
Oftmals fühlen wir uns aber auch müde, weil wir uns aufgrund unseres persönlichen Biorhythmus gerade in einer mentalen oder körperlichen Ruhephase befinden, dies aber den Anforderungen unseres Arbeitsalltags entgegenläuft. Kaffee und andere Muntermacher stellen keine wirkliche Alternative dar, da sie Ihnen nur für kurze Zeit das Gefühl von Wachheit vermitteln und Sie sich nach Ablauf der Wirkung nur noch müder und zerschlagener fühlen.
Der Yoga hat eine große Zahl von Techniken und Übungen entwickelt, um in recht kurzer Zeit den persönlichen Energiepegel den äusseren Bedürfnissen anzupassen. Durch das Wissen um die korrekte Anwendung dieser Übungen wird es dem Übenden möglich, sich auf jede neue Situation innerhalb weniger Augenblicke einzustellen und damit optimal zu handeln.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen drei kurze Übungen vorstellen, mit denen Sie auf gesunde und natürliche Weise innerhalb von ein paar Minuten wieder hellwach und konzentriert Ihren täglichen Geschäften nachgehen können.
Die erste Übung sollten Sie nur dann anwenden, wenn Sie nicht unter Bluthochdruck leiden. Diese einfache Atemübung wirkt stark blutdrucksteigernd. Führen Sie dabei den linken Daumen zum linken Nasenloch und atmen lang und tief durch das rechte Nasenloch. Tun Sie dies für 3 bis 5 Minuten. Versuchen Sie sich während des Atmens auf die Mitte der Stirn, auf den Punkt zwischen den Augenbrauen zu konzentrieren.
Für die nächsten zwei Übungen sollten Sie sich wie hier beschrieben einstimmen. Setzen Sie sich dann mit geradem Rücken in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl und beginnen Sie dann mit der zweiten Übung:
Bringen Sie die Handflächen vor der Mitte der Brust wie zum Gebet zusammen. Schliessen Sie die Augen und unterteilen Sie Ihren Atem in vier gleiche Teile beim Ein- und vier gleiche Teile beim Ausatmen. Ziehen Sie bei jedem kurzen Ein- und Ausatemzug den Bauchnabel leicht ein. Atmen Sie nach drei Minuten tief ein, halten den Atem für ca 15 Sekunden und pressen Sie dabei die Handflächen fest zusammen. Danach entspannen Sie die Haltung.
Dritte Übung: Legen Sie Ihre Ringfinger gerade und ausgestreckt aneinander während die anderen Finger beider Hände ineinander verschränkt sind. Achten Sie darauf, dass der rechte Daumen oben liegt. Die Hände befinden sich in Höhe des Zwerchfells. Die Ringfinger befinden sich in einem 60 Grad Winkel nach oben hin zeigend. Atmen Sie nun tief ein und chanten mit dem Ausatmen das Mantra ONG (Ooooooooooooooonnnnnnnnnnng). Der Mund ist geöffnet, das Mantra vibriert durch Ihren Körper. Die Luft fliesst durch die Nase und die Zunge liegt beim „ng“ auf dem oberen Gaumen. Normalerweise sollten fünf Wiederholungen des Mantras ausreichen, um sie vollkommen zu erheben. Experimentieren Sie einfach ein bischen mit den Wiederholungen.
Bei aller Anhebung Ihres Energiepegels sollten Sie in Betracht ziehen, dass auch Müdigkeit und dadurch notwendige Ruhephasen eine Berechtigung in Ihrem Leben haben sollten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Üben.
Keine Chance der Winterdepression
Gerade jetzt wieder, wo die Nächte länger und die Tage grauer werden, leiden viele Menschen unter einem mehr oder minder starken Gefühl der Niedergeschlagenheit. Landläufig wird dies als Depression bezeichnet. Mediziner sprechen von einer Depression mit Krankheitswert jedoch erst dann, wenn folgende Symptome beobachtbar sind:
· Allgemeine Hemmung des Antriebs,
· Interessenverlust, Denkhemmung, Freudlosigkeit,
· Niedergeschlagene Stimmung,
Betroffene, die an diesen Symptomen leiden, können noch eine ganze Reihe von weiteren Gefühlen erfahren, wie übertriebene Sorge um die Zukunft, Mut- und Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit, Müdigkeit, Schuldgefühle, Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Hinzu kommen oft Störungen der Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, Appetit- und Schlaflosigkeit sowie selbstentwertende Gedanken. Die Mischung aus mangelndem Antrieb, gestörtem Tag- Wach-Rhythmus, negativem Denken und Selbstentwertung führt oft zur
Abschottung von der Aussenwelt bis hin zur dauerhaften Selbstisolation.
Depressive Erkrankungen gelten als viertgrößtes Gesundheitsproblem dieser Welt.
Die moderne Wissenschaft sieht die Ursachen von depressiven Erkrankungen in Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und in Störungen des Hormon- und des Neurotransmitterhaushaltes (Botenstoffe des Gehirns). Dies korreliert interessanterweise mit der um viele hundert Jahre älteren yogischen Sichtweise.
In der Tradition des Yoga wird davon ausgegangen, dass die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) als zentrale Schaltstelle des Hormonhaushaltes, dem sechsten Chakra zugeordnet ist. Ein Chakra ist eine Art Energietransformator für feinstoffliche Energien. Das Sechste Chakra, Sanskrit auch Ajna oder esoterisch als drittes Auge bezeichnet, liegt im Stirnbereich ungefähr zwischen den Augenbrauen. Es hat die Aufgabe, der Hypophyse ätherische Energie zugänglich zu machen. Ist der Energiehaushalt des Ajna zu niedrig oder zu wenig ausbalanciert, kann dies die Funktion der Hypophyse beeinträchtigen. Wenn dies geschieht, kommt es zu einer Störung der Einheit von Geist und Körper. Beide erleben sich als getrennt voneinander und wissen nicht mehr um die Funktionen des jeweils anderen.
Dieses Getrenntsein vom Körper bedeutet für den Geist den Wegfall der notwendigen körperlichen Rückmeldungen, die er braucht, um zu weisen und intuitiven Entscheidungen zu gelangen. Für den Körper führt die Trennung vom Geist zu einer Vielzahl von stoffwechselbedingten und hormonellen Dysfunktionen, wie z.B. Angst, Depression, Libido und Schlafstörungen.
In einem Yoga Coaching würde man zur Überwindung einer depressiven Symptomatik also den Schwerpunkt auf die stärkende Harmonisierung des dritten Auges legen. Daneben bieten sich je nach Einzelfall noch eine Vielzahl von Übungen zur Stärkung der Erdung, des Antriebes, des Selbstwertgefühles und des Energiehaushaltes an.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen eine Meditation vorstellen, die extra zur Behandlung von Depressionen entwickelt wurde. Setzen Sie sich dazu mit geradem Rücken in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl. Stimmen Sie sich wie hier beschrieben ein (Passwort: ky) und führen Sie die gesamte Meditation mit offenen, starrenden Augen durch. Versuchen Sie, den Atem mit der nachfolgend beschriebenen Bewegung und dem angegebenen Mantra zu koordinieren. Beginnen Sie mit folgender Haltung: Die Spitzen von Daumen und Zeigefingern sind zusammengepresst. Diese Fingerhaltung ergibt kleine Kreise, die Sie wie ein Brillengestell so an Ihre Nasenwurzel halten, dass Sie mit dem linken Auge durch den Kreis der linken Hand und dem rechten Auge durch den Kreis der rechten Hand blicken. Die Daumen und Zeigefinger beider Hände berühren sich. Die Oberarme bilden mit den Schultern eine gerade Linie parallel zum Boden. Mit dem Einatmen bringen Sie nun die Unterarme in einen 90 Gradwinkel zu den Oberarmen. Mit dem Ausatmen bringen Sie die Hände wieder in die Ausgangsposition. Innerlich denken Sie sich bei jeder Bewegung jeweils eine der nachfolgenden Silben: SA (Unendlichkeit), TA (Leben), NA (Tod), MA (Wiedergeburt). Atmen Sie auf SA ein, auf TA aus, auf NA ein, auf MA aus. Lassen Sie sich für die ersten 3 Minuten für jede Bewegung ca. 4 Sekunden Zeit und steigern Sie dann die Geschwindigkeit auf eine Sekunde pro Bewegung (4 Sekunden für einen Durchlauf). Nach 3 weiteren Minuten atmen Sie ein und entspannen in der Rückenlage, fokussieren Sie nun Ihren Scheitelpunkt für die nächsten 15 Minuten. Nach ein paar Tagen des Übens sollten Sie eine deutliche Verbesserung Ihrer Stimmungslage verzeichnen. Machen Sie diese Übung mindestens an 40 (besser 90) aufeinanderfolgenden Tagen.
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners
Für Heinz von Foerster als Autor des gleichnamigen Buches gibt es so etwas wie objektive Wahrheit nicht. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn auch schon die alten Yogis vertraten die Ansicht, dass diese Welt kein Ort ist, an dem man so etwas wie unumstößliche und allgemeingültige Wahrheiten finden kann.
Der menschliche Erkenntnisbereich ist schon alleine durch die Filter unserer Wahrnehmung begrenzt. Unsere Augen und Ohren unterliegen bestimmten Einschränkungen in ihrer Aufnahmekapazität. Viele Tiere können besser sehen, viele Tiere besser hören als der Mensch. Einige andere Tiere verfügen sogar über zusätzliche Sinne, die dem Menschen vollkommen fehlen. So besitzen z.B. Haie ein Organ zur Wahrnehmung von elektrischen Impulsen ihrer Umgebung.
Alleine aus diesem Grund ist eine wirklich alle Aspekte des Beobachtungsgegenstandes umfassende Wahrnehmung für uns Menschen nicht möglich. Doch selbst wenn uns ein solches enormes Wahrnehmungspotential zur Verfügung stehen würde, wäre nicht viel gewonnen. Denn unser Gehirn verarbeitet all diese unterschiedlichen „objektiven“ Informationen und Sinneseindrücke auf eine von Mensch zu Mensch leicht abweichende Art und Weise, sodass das Ergebnis dieser Verarbeitungsleistung eine Art subjektive Interpretation des Wirklichen darstellt. Wie wir Informationen verarbeiten und interpretieren, hängt von unserem kulturellen Hintergrund, unserer sozialen Schicht, unserem Alter und Geschlecht und von vielen weiteren Fakten ab.
Wollen wir diese durch unsere beschränkten Sinne verstümmelt aufgenommenen und durch unser Gehirn subjektiv mit Sinn versehenen Informationen an andere Menschen weitergeben, so laufen diese Informationen erneut durch die begrenzten Wahrnehmungsfilter und subjektiven Sinngebungsroutinen unseres Gegenübers.
Wo bleiben da Wahrheit und Objektivität? Wenn Sie einen konkreten Gegenstand (z.B. ein Haus) betrachten wollen, so haben Sie die Möglichkeit, diesen Gegenstand einmal zu umrunden und ihn so aus jedem von 360 möglichen Gradminuten des Kreises zu betrachten, sofern Ihnen keine Mauern, Hecken oder sonstigen Hindernisse im Wege stehen. Die Möglichkeiten der Beobachtung steigen noch, wenn Sie versuchen, die dritte Dimension miteinzubeziehen und diesen Gegenstand aus allen Blickrichtungen (oben, unten, diagonal, usw.) zu betrachten. Wenn Sie dann noch versuchen diesen Gegenstand zusätzlich aus allen möglichen Entfernungen wahrzunehmen, kommen Sie auf eine nahezu unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten, die Sie noch mit der Summe der unterschiedlichen Kombinationen Ihrer Sinne multiplizieren müssten, um nur annähernd so etwas wie Objektivität zu erreichen.
Sie sehen also, um Ihrer persönlichen Wirklichkeit gerecht zu werden, helfen Ihnen „wahre“ und „objektive“ Aussagen nicht weiter, denn Wirklichkeit entsteht in „Wahrheit“ in Ihrem Gehirn. Ihr Gehirn ist die Instanz, die darüber entscheidet, ob Ihr Leben eher die Hölle oder eher der Himmel ist oder ob Sie ständig zwischen beiden Extremen Berg und Tal fahren. Als materieller Teil Ihres Geistes ist Ihr Gehirn auf das optimale Zusammenspiel von Flüssigkeiten, Neurotransmittern, sonstigen Hormonen, Nährstoffen, beider Gehirnhälften und Prana (Lebensenergie, nur für ganz skeptische Menschen mit „Sauerstoff“ zu übersetzen, obwohl dies dem Begriff nicht gerecht wird) angewiesen. Jede Veränderung der Balance dieser einzelnen Komponenten führt zur Veränderung der Stimmung, der geistigen Leistungsfähigkeit und der Wahrnehmung. Bei depressiven Menschen lässt sich z.B. ein Zuwenig an Dopamin und Noradrenalin (Neurotransmitter) feststellen sowie ein Mangel an Prana.
Die Möglichkeiten auf das Gehirn Einfluss nehmen zu können sind gewaltig. Dies fängt schon an bei der Zufuhr gesunder Lebensmittel. Der Atem und der richtige Gebrauch Ihrer Stimme und Sprache stellen ebenso kräftige Techniken dar, mit denen Sie zu innerer Balance und größerer Leistungsfähigkeit finden können.
Heute möchte ich Ihnen eine einfache Meditation vorstellen, die Ihnen dabei hilft, beide Gehirnhälften auszugleichen, Ihre Koordination zu verbessern und Ihren Geist auf die für Sie richtige Bahn zu führen, um damit die Situationen Ihres Lebens optimal einschätzen zu können.
Stimmen Sie sich wie hier angegeben (Passwort ist ky) ein und setzen Sie sich mit aufrechter Wirbelsäule in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl. Die Ellbogen sind angewinkelt, Daumen und Zeigefinger berühren sich. Die Hände werden nun sehr schnell in Höhe Ihres Rippenbogens vor dem Körper in Kreisen umeinander herum bewegt, so als ob Sie eine Kordel abrollen wollten. Die Hände sollen sich nicht dabei berühren. Machen Sie dies 11 Minuten. Danach strecken Sie in der gleichen Haltung die Arme über den Kopf und spreizen die Finger lang und gestreckt aus. Dies Machen Sie für weitere 2 Minuten. Halten Sie die ganze Zeit die Augen geschlossen und machen sich keine Gedanken über den Atemfluss. Der Atem wird sich im Laufe der Übung von allein einstellen.
Viel Spaß beim Üben.
Den Geist im Griff mit Breathwalk
Vor ein paar Wochen habe ich beschrieben, auf welche Weise bestimmte Atemmuster unser emotionales Befinden beeinflussen. Wie wir atmen (Atemlänge, fließend oder stoßweise, durch Nase oder Mund, usw.) stellt eine Art Code dar, der direkt auf das vegetative Nervensystem wirkt, welches Blutdruck, Herzschlag, Körpertemperatur, und andere automatisch ablaufende Körpervorgänge regelt. Heute möchte ich Ihnen eine Atemtechnik vorstellen, die je nach Anwendung und je nach Verhältnis von Ein- und Ausatmen eine große Bandbreite an nachhaltigen Wirkungen auf Ihr Seelenleben haben kann. Es handelt sich hierbei um das segmentierte oder stoßweise Atmen. Hierbei unterteilt sich der Atem bei jeder Ein- und Ausatemphase in gleichlange Teile, die durch feine, jedoch deutliche Atempausen voneinander getrennt werden. Wichtig dabei ist, dass Sie auch beim unterteilten Atem Ihre gesamte Lungenkapazität ausnutzen sollten, um den vollen Effekt der jeweiligen Übungen genießen zu können. Die Stärke und Länge der einzelnen Atemsegmente sollte immer gleich bleiben. Jeder einzelne Atemstoß sollte die gleiche Menge an Luft enthalten.
Das einfachste Atemmuster ist das Unterteilen des Atems in vier gleiche Teile beim Ein- und vier gleiche Teile beim Ausatmen. Schon nach kurzer Zeit des Übens wird sich der segmentierte Atem dann irgendwann so natürlich wie das fließende Atmen anfühlen. Vermeiden Sie dabei, die Nasenflügel einzuziehen (also nicht zu feste einatmen), denn dies schränkt den Atemstrom ein und Ihr Organismus bekommt in der Folge zu wenig Sauerstoff.
Die einzelnen Atemstöße reizen bestimmte Areale in der Nase, an denen Nervenbahnen andocken, die über das Gehirn Impulse an das endokrine Nervensystem senden. Damit programmieren sie das Drüsensystem auf eine jeweils bestimmte Art und Weise, was sich dann positiv auf den Zustand Ihrer emotionalen Verfassung auswirkt. Je nachdem, welches Atemmuster Sie gerade benutzen, fühlen Sie sich entweder wacher und energiegeladener oder eher ruhiger und zentrierter. Dies optimiert langfristig gesehen auch Ihr Immunsystem. Insgesamt werden Sie sich sehr viel resistenter gegen die Auswirkungen von Stress und Alltagshektik fühlen.
Benutzen Sie zum Beispiel ein Atemmuster von 4:4 (vier gleiche Teile ein, vier gleiche Teile aus), werden Sie nach einer gewissen Zeit feststellen, dass sich Ihr Geist klärt und Sie sich insgesamt energievoller fühlen. Bei einem Verhältnis von 8:8 stellen sich innere Ruhe und Gelassenheit ein, zudem steigt Ihre körperliche Ausdauer. 8:4 Fokussiert und gibt Ihnen einen guten Energieschub sowie die Motivation, Ihre Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Das Atemverhältnis von 4:8 lässt Sie insgesamt ruhiger werden, hilft dabei, los zu lassen und wirkt reinigend auf Körper, Geist und Seele .
Sinnvoll ist natürlich, dies erst einmal unter kompetenter Anleitung zu üben. Besser noch, diese Atemmuster während eines Breathwalks zu erlernen. Wir werden Sie auch weiterhin hier über die nächsten Breathwalk-Workshops informieren.
Zuhören als aktiver Prozess
Der Mensch ist ein soziales Tier. Aristoteles brachte mit diesem Satz zum Ausdruck, dass der Mensch als Einzelwesen und als Spezies nicht überlebensfähig wäre, wenn er nicht ständig mit seinen Artgenossen kooperieren würde. Auch heute hat sich daran prinzipiell kaum etwas geändert. Wo kooperiert wird, muss kommuniziert werden. Menschliche Kommunikation bedeutet, Informationen zwischen zwei oder mehreren Menschen so auszutauschen, dass sie von den Adressaten in etwa so verstanden werden, wie sie von den Absendern gemeint wurden. Solange sich der Mensch unter Menschen aufhält, ist Kommunikation allgegenwärtig. Watzlawick stellt in seinem ersten Gesetz der menschlichen Kommunikation sogar fest, dass der Mensch gar nicht dazu in der Lage ist, nicht zu kommunizieren. Jeder Versuch, sich der Kommunikation zu entziehen, wird von den Kommunikationspartnern bereits wieder als (nonverbale) Kommunikation gewertet. Wenn Kommunikation also unvermeidlich ist, heisst dies leider jedoch noch lange nicht, dass sie in jedem Falle auch glücken muss.
Vielleicht wissen Sie bereits aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, so verstanden zu werden wie Sie es beabsichtigt hatten. Das muss nicht immer notwendigerweise an Ihrem Sendeverhalten (so bezeichnet die Kommunikationspsychologie den inhaltlichen und äusseren Aspekt unseres Vortrages). Wenn Sie nicht richtig verstanden werden, kann das auch an der Art und Weise liegen, wie Ihnen zugehört wird.
Das Zuhören ist im Menschen nicht gut entwickelt. Oft wird das Zuhören nur vorgespielt, so dass etwa nur 20% des Gesagten überhaupt registriert werden. Ein durchschnittlicher Zuhörer erinnert sich im Anschluss an das Gespräch lediglich an 6% des Inhaltes. In der Regel hüpft unsere Aufmerksamkeit nur von Stichwort zu Stichwort. Dabei spielen für uns solche Stichworte eine Rolle, die uns mental und emotional betreffen. Wenn Sie mal wieder das Gefühl haben, Ihr Gesprächspartner hört Ihnen nicht richtig zu, versuchen Sie doch einfach mal die Worte "Steuer", "Schmerzen" oder "Sex" leise in das Gespräch einfließen zu lassen. Sie werden merken, wie schnell die Aufmerksamkeit wieder bei Ihnen ist.
Zuhören ist ein aktiver Prozess. Vom geistigen Aufwand her ist es durchaus vergleichbar mit gutem Sprechen und benötigt eine höhere Konzentrationsleistung als Lesen. Die Schwierigkeit beim Zuhören besteht darin, dass die Gehirnregion, die für das Hören zuständig ist, nur ca. 130 Worte pro Minute verarbeiten kann. Die Denkleistung des Gehirns beträgt jedoch das Vierfache und liegt bei ca. 520 Worten in der Minute. Während also die Verarbeitung des Gehörten noch auf Hochtouren läuft, entstehen "Leerzeiten" im Rest des Gehirns. Ein solches kognitives Vakuum füllt unser Geist gerne mit Bildern, Gedankenfetzen und assoziativen Gedankenketten, die uns als Zuhörer immer unkonzentrierter werden lassen und uns schließlich zum Tagträumen führen können.
Yogis versuchen die Kommunikation so bewusst zu gestalten, dass der Anteil des erinnerten Inhalts aus einem Gespräch bei nahezu 100% liegt. Yogis sprechen so, dass es Wirkung hat auf den Gesprächspartner oder sie sprechen erst gar nicht. Um so weit zu kommen, bedarf es einiger Arbeit auf verschiedenen Ebenen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle eine Meditation für positive Kommunikation vorstellen. Aus Erfahrung mit verschiedenen Gruppen weiss ich, dass diese Meditation eine sehr lösende Wirkung haben kann. Vielleicht werden Sie anfangen zu lachen. Das ist vollkommen ok, niemand hat gesagt, dass Meditation immer bierernst sein muss. Beobachten Sie einfach, was an Gefühlen und Impulsen kommt, und versuchen Sie, diese Beobachterrolle beizubehalten. Bevor Sie beginnen, stimmen Sie sich wie hier (das Passwort ist KY) beschrieben ein.
Setzen Sie sich in den Schneidersitz oder gerade auf einen Stuhl. Bringen sie die Oberarme in Schulterhöhe, sodass die Ellbogen nach links und rechts zeigen. Verschränken Sie nun die Hände 20 bis 30 cm vor der Mitte der Brust. Der Handrücken der rechten Hand liegt in der linken Handfläche. Der linke Daumen liegt auf der rechten Handfläche und der rechte Daumen über dem Linken. Strecken Sie die Finger. Die Finger beider Hände sind nun vor Ihrer Brust in einem nach unten zeigenden Winkel gekreuzt. Schliessen Sie die Augen. Dann holen Sie tief Luft und chanten in einem gleichbleibenden Tonfall auf diesen Atemzug 5x das Mantra:
Hari Hari Hari Hari Hari Hari Har
Danach holen Sie sofort wieder tief Luft durch die Nase und beginnen von Neuem. Wiederholen Sie dies 11 bis 31 Minuten für jeweils 40 bis 90 Tage.
Viel Spaß beim Üben.
Dem Stress keine Chance
Stressbedingte Erkrankungen nehmen in den letzten Jahren mehr und mehr zu. Die Ursachen dafür liegen an einer Mischung von inneren und äußeren Faktoren. Innere Stressfaktoren ergeben sich durch oftmals nicht reflektierte gesellschaftliche Leitbilder und Idealvorstellungen davon, wie gut, schlank und schön wir auszusehen haben, wie leistungsfähig und potent wir in allen Lebensbereichen sein sollten, ja sogar darin, wie gut und glücklich wir uns zu fühlen müssten. Werbung und Filmindustrie vermitteln uns das Bild eines braungebrannten, durchtrainierten immer glücklichen und freundlich-hilfsbereiten Gewinnertypen, das wenig mit unserem tatsächlichen Alltagsleben zu tun hat. Es wird ein Idealtypus vom menschlichen Sein vermittelt, das einer menschlichen Barbiepuppe ähnelt und an das wir, je öfter es wiederholt wird, immer mehr zu glauben scheinen. Je größer dabei die Kluft zwischen Anspruch und subjektiv erlebter Wirklichkeit, desto größer das Frustrations- und damit auch das Stresspotential.
Der äußere Stress entsteht in Zeiten der weltweiten Krise einerseits durch die für den Normalbürger immer unsicher werdende Frage nach der Existenzsicherung. Zum anderen durch die enorme Zunahme an Input auf allen Wahrnehmungsebenen, den uns das moderne Informationszeitalter beschert. Schon an anderer Stelle habe ich darauf hingewiesen, wie Stress in uns wirkt. An dieser Stelle sei nur angemerkt, dass sich die Auswirkungen von permanentem Stress in drei grundsätzliche Bereiche unterteilen lassen:
Körperlich gesehen kann es zu Blockaden innerhalb der gesamten Muskulatur kommen. Die Verspannung bestimmter Muskelgruppen führt u.a. zu Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich (Kopfschmerzgefahr), aber auch überall sonst am Rücken und im Becken. Stress wirkt sich dabei auch auf das Drüsen- und Nervensystem aus und beeinflusst so die vegetativen Vorgänge des Körpers. Dabei kann es zu den weitverbreiteten Herz- Kreislaufstörungen, Magenbeschwerden, aber auch zu Einschränkungen der Immunabwehr und der Sexualität kommen. Geistig gesehen ergeben sich Denk- und Wahrnehmungsblockaden (Tunnelblick). Unser Denken wird unter dem Einfluss von Stress immer enger, unkreativer und kurzsichtiger. Emotionale Blockaden zeigen sich entweder an einem Zuviel oder an einem Zuwenig hinsichtlich des durchschnittlichen Gefühlsspektrums innerhalb der Normalbevölkerung. Ein Zuviel besteht in einem gereizten aggressiven Verhalten, ein Zuwenig macht sich bemerkbar durch eine zunehmende Antriebsarmut und Lustlosigkeit.
Es wird heutzutage eine Menge Geld damit verdient, gestressten Menschen bei zu bringen, wie sie unnötigen Stress verhindern und unabwendbaren Stress besser bewältigen können. Spezielle Methoden, für deren Weitergabe man natürlich eine besondere, meist teure Ausbildung benötigt, sind hoch im Kurs. Dabei könnte es so einfach sein, Stress dauerhaft und wesentlich preiswerter auch alleine im eigenen Lebensraum zu bewältigen. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein wenig persönlicher Einsatz und der Wille dazu, sich für 40 (besser 90) Tage einer gewissen Disziplin zu unterziehen.
In dieser Woche stelle ich Ihnen eine Meditation vor, die sowohl auf die körperlichen, wie auch die emotionalen und geistigen Auswirkungen von Stress wirkt. Zur Anleitung des Ablaufs klicken Sie bitte hier. Der Ansatzpunkt dieser Meditation stellt dabei das Drüsensystem dar. Über den körperlichen Impuls eines sich ausbalancierenden Drüsensystems wirkt diese Meditation auf die harmonische Ausrichtung Ihres emotionalen Befindens, was sich nach kurzer Zeit auch in der Auflösung von Denk- und Wahrnehmungsblockaden auswirken wird. Diese Meditation ist in englischer Sprache verfasst. Sollten Sie damit Schwierigkeiten haben, können Sie sich jederzeit über das Kontaktformular an mich wenden. Bevor Sie diese Meditation beginnen, lesen Sie bitte HIER die einleitenden Worte zum Kundalini-Yoga (Passwort: KY).
Immer schön geerdet bleiben
Vor ziemlich genau einem Jahr gingen die Lehman Brothers pleite und lösten damit eine der schlimmsten Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte aus. Mit den Auswirkungen dieser Krise werden noch viele Menschen eine ziemlich lange Zeit zu kämpfen haben. Viele verloren im Verlauf des letzten Jahres ihre Jobs, viele zudem ihre Häuser und Ersparnisse und standen damit - materiell gesehen - vor dem Nichts. Praktisch allen wurde durch die plötzlichen Veränderungen, in die sie hinein gerissen wurden, klar, dass es keine Garantie dafür gibt, vom Wandel verschont zu bleiben.
Wandel und Veränderung stellen immer unser Vertrauen in uns und in die Zukunft auf die Probe. Das Thema existentielle und materielle Sicherheit, die Fähigkeit in jeder Krisensituation den festen Boden unter den Füßen zu behalten und Kraft für die Selbsterhaltung auf zu bringen korreliert aus yogischer Sicht mit dem ersten Chakra (auch Wurzelchakra oder Sanskrit: muladhara). Die Lehre des Yoga kennt die Chakren als feinstoffliche Energiezentren, die die unterschiedlichen Schwingungsfrequenzen des Prana (Lebensenergie, in China auch Chi) aufnehmen und dem Energiekörper zur Verfügung stellen. Je stärker ein Chakra durch innere Blockaden (z.B. unbewusste Denkmuster) oder äussere Hemmnisse (z.B. als schwierig erlebte Lebenssituationen) blockiert ist, desto schleppender verläuft die Energieaufnahme für den durch diese Chakra versorgten Körperbereich.
Das erste Chakra transformiert das Prana so, dass es dem Körper als grundlegende Bewegungsenergie, als Impuls oder Antrieb zur Verfügung gestellt wird. Körperlich gesehen werden dem ersten Chakra die Knochen, die Wirbelsäule, Zähne und Nägel zugeordnet, weiterhin auch Prostata, Darm und Ischiasnerv. Die beiden letzteren reagieren auf Veränderungen im Leben, wie Sie vielleicht aus eigener Erfahrung wissen, sehr sensibel. Der Ischiasnerv steht für die Fähigkeit, flexibel und beweglich zu bleiben und Wandel verarbeiten zu können. Dabei zeigt er sich auch sehr tagesformabhängig.
Glücklicherweise gibt es im Yoga einige Körperübungen, mit denen durch sanftes Dehnen des unteren Rückens und der Beine gewollte und ungewollte Veränderungsprozesse auf der körperlichen Ebene unterstützt werden können und die zudem Ihre Bodenhaftung verbessern. Versuchen Sie doch für ein bis drei Minuten täglich folgende Übungen zu praktizieren: die BaumpostionKrähenposition (hier Übung 5a), die Zangenposition., die
Darüberhinaus ist es eine gute Idee, den innerlichen Stress, den die Veränderungssituation in Ihnen ausgelöst hat, über eines der 16 Breathwalk - Programme wiederlos zu werden. Neben der zentrierenden und ausgleichenden Wirkung auf Ihren Geist, stärkt dies Ihre Ausdauer und Konzentration und flexibilisiert den Körper über eine Reihe von Dehnungsübungen, die vor und nach dem eigentlichen Gehen praktiziert werden. Auf dieser Seite werden Sie immer wieder über in Köln stattfindende Breathwalk - Workshops informiert.
Der Code zum inneren Glück
Dass der Atem ein mächtiges Instrument darstellt, unseren Gemütszustand und die Art und Weise unseres Denkens zu beeinflussen, habe ich an dieser Stelle schon des Öfteren festgestellt. Yogi Bhajan, der Meister des Kundalini Yoga, hat unter anderem dazu angemerkt:
„Der Geist kann kontrolliert werden. Der Geist folgt dem Atem und der Atem ist die Batterie des Göttlichen. Kontrolliere den Geist durch den Atem. So kannst du dich in jedem Fall beruhigen.“
Das Atemmuster, dessen wir uns bewusst oder (wahrscheinlich öfter) unbewusst bedienen, stellt eine Art Code dar, der direkt vom Hypothalamus, der wohl wichtigsten Steuerzentrale im Gehirn für das vegetative Nervensystem, entschlüsselt wird. Der Hypothalamus dirigiert so wichtige Dinge wie Körpertemperatur, Blutdruck, Regulierung der Nahrungs- und Wasseraufnahme, Aufmerksamkeit und Schlaf sowie Sexual- und Fortpflanzungsverhalten. Eine Reihe sehr wichtiger Hormone und Neurotransmitter (Botenstoffe des Gehirns) bleibt dank der ordnenden Funktion des Hypothalamus in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, sodass wir uns um so wohler und ausgeglichener fühlen, je besser er seiner Aufgabe nachkommt. Wir müssen unsere Stimmungen und unser Wohlbefinden also nicht dem Zufall überlassen, wenn wir den Code kennen, mit dem wir den Hypothalamus optimal auf unsere jeweiligen Bedürfnisse hin eintakten können. Ein paar Beispiele dafür habe ich Ihnen schon mit Atmen wie ein Yogi oder Was tun bei hohem Blutdruck gegeben.
Um diesen Code richtig anwenden zu können, ist es von entscheidender Bedeutung zu wissen, welche Effekte die Atemfrequenz (Häufigkeit des Atmens pro Minute), das Anhalten des Atems (nach dem Ein- oder nach dem Ausatmen), das Unterteilen des Atems in bestimmte Ein- und Ausatemfolgen, sowie das Atmen durch Mund und Nase (und dabei noch durch welches Nasenloch) haben. Die Yogis nennen die Lehre des Atem-Codes Pranayama (Prana = Lebensenergie, Yama = Beherrschung, Ayama = Ausweitung).
An dieser Stelle werden wir uns erst einmal nur mit den Wirkungen der Atemfrequenz beschäftigen. In der Regel atmet ein moderner erwachsener Mensch in westlichen Industrienationen mit einer Frequenz von ungefähr 16 bis 21 Atemzügen pro Minute. Tendenziell steigt die Atemfrequenz dabei mit zunehmendem Stress. Je weniger Atemzüge jedoch pro Minute getan werden, desto mehr beruhigen sich Geist und Gemütslage. Yogis versuchen deshalb eine Frequenz von 5 bis 6 Atemzügen pro Minute im alltäglichen Leben zu erreichen. Bei acht Atemzügen in der Minute stellen sich folgende Wirkungen ein: Stress und Anspannung lassen nach, man fühlt sich geistig zentrierter. 4 Atemzüge innerhalb von 60 Sekunden bewirken eine positive Veränderung der geistigen Funktionen, die visuelle Wahrnehmung verbessert sich, man fühlt sich bewusst und präsent. Ein Atemzug pro Minute optimiert die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften, Ängste und Sorgen lassen nach, die Intuition steigert sich und es stellt sich ein Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit ein.
In der Coaching Praxis hat sich folgende Atemübung als sehr hilfreich und unterstützend für den individuellen Entwicklungsprozess gerade bei Menschen mit einem hohen Stresspotential und labiler Stimmungslage ergeben. Diese Übung kann man als Meditation für einen Zeitraum von 40 Tagen für jeweils 11 Minuten üben oder sie einfach immer nur dann machen, wenn man eine Soforthilfe in besonders angespannten Situationen benötigt.
Bevor Sie anfangen sollten Sie ein Glas Wasser trinken. Dies gleicht zusammen mit der Atemführung einen unbalancierten Wasserhaushalt aus, was sich negativ auf Ihre Nieren und damit auch auf Ihre Stimmungslage auswirken kann. Nach bereits drei bis vier Minuten werden Sie bemerken, dass die Gedanken, die Sie gerade eben noch aufgeregt haben, keinen emotionalen Effekt mehr auf Sie ausüben. Setzen Sie sich mit aufrechtem Rücken in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl und bringen Sie die Arme über kreuz auf Ihre Brust. Klemmen Sie die Hände mit den Achselhöhlen ein. Heben Sie die Schultern so hoch sie können, machen den Nacken lang und ziehen das Kinn mit geradem Nacken soweit zum Körper hin wie es Ihnen möglich ist. Jetzt atmen Sie wie ein Yogi und versuchen die Atemfrequenz auf 4 Atemzüge pro Minute zu verlangsamen (pro ein- und ausatmen jeweils 15 Sekunden). Am Ende der 11 Minuten atmen Sie noch einmal tief ein, halten den Atem so lange Sie können und entspannen dann die Haltung, bevor Sie sich wieder Ihrem Alltag zuwenden. Ich wünsche Ihnen eine stressfreie und ausgeglichene Woche.
Bewusst handeln...
Durch unsere fünf Sinne nehmen wir unsere Welt um uns auf. Dabei ist die Qualität unserer Wahrnehmung von vorneherein durch die Kapazität unserer Sinne beschränkt. Diese (begrenzt empfangenen) Wahrnehmungen werden im Gehirn zu brauchbaren Informationen verarbeitet, die je nach Interpretation dieser Informationen zu bestimmten Reaktionen des vegetativen Nervensystems und des Zentralnervensystems, wie z.B. eine veränderte Ausschüttung der Hormone oder eine Erhöhung oder Absenkung der Körpertemperatur, führen. Dies wirkt zurück auf unser emotionales Empfinden und damit auch auf die Entstehung unserer Gedanken und Wünsche, was uns schlussendlich dazu veranlasst, uns auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten.
Die Art und Weise, wie wir unsere Welt wahrnehmen, ist also sowohl ein subjektiver wie auch ein aktiver Prozess, der sich obendrein gleichermaßen auf uns zugänglichen wie nicht zugänglichen (unbewussten) Bewusstseinsebenen abspielt. Wenn also 10 Leute dieselbe Szene betrachten, wird diese beobachtete Szene auf 10 unterschiedliche Arten wahrgenommen, weil die aufgenommene Information immer abhängig vom wahrnehmenden Individuum verarbeitet wird. Interessanterweise bezieht sich dieses Phänomen nicht nur auf die Wahrnehmung unserer Aussenwelt (Fremdwahrnehmung), sondern auch auf die Wahrnehmung unserer Innenwelt (Eigenwahrnehmung). Das führt dazu, dass die zwischenmenschliche Kommunikation sehr störanfällig ist. Denn was vom Verhalten einer anderen Person jeweils wahrgenommen wird, stellt nur ein Bruchteil von dem dar, was für die wahrnehmende Person in einer bestimmten Situation Bedeutung hat. Sogar die Wahrnehmung des eigenen Verhaltens ist manchmal nur begrenzt zugänglich, weil sich ein mehr oder minder großer Teil davon im Bereich des Unbewussten abspielt.
Ein graphisch sehr anschauliches Modell, das die bewusste Wahrnehmung zwischenmenschlicher Beziehungen fördert, ist das sogenannte JOHARI-Fenster. Dieses Modell wurde 1955 von den Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt, denen es um die Darstellung der Unterschiede von Fremd- und Eigenwahrnehmung ging.
Das Modell versucht die bewussten und unterbewussten Persönlichkeitsanteile eines Menschen abhängig von seinem jeweiligen sozialen Bezugssystem anschaulich zu machen. Grafisch gesehen besteht es aus einem großen Quadrat, das sich in vier gleich große kleinere Quadrate (Quadranten) unterteilt. Das obere linke Quadrat bildet den Bereich des freien Handelns ab, den Bereich der Persönlichkeit, der sowohl dem Selbst als auch den anderen Menschen bekannt ist. Das obere rechte Quadrat bildet den Bereich des blinden Fleckes ab, den Persönlichkeitsbereich, der dem Selbst nicht zugänglich ist, aber von allen andern Menschen wahrgenommen wird.
Das untere linke Quadrat stellt den Bereich des Verbergens dar, der nur dem Individuum bekannt ist und von keinem anderen Menschen erkannt wird. Das rechte untere Quadrat bildet den Bereich des Unbewussten ab. Das ist derjenige Bereich unserer Persönlichkeit, der sowohl dem Individuum als auch anderen Menschen verschlossen ist. Die Dynamik menschlicher Beziehungen erfasst das Modell dadurch, dass sich die einzelnen Bereiche innerhalb des Fensters abhängig vom jeweiligen Bezugssystem, in dem sich ein Mensch bewegt (z.B. Arbeit, Partnerschaft), vergrößern oder verkleinern. Dies bewirkt damit zugleich auch eine Veränderung der Größe der anderen Bereiche.
Das JOHARI-Fenster ist letztlich ein für den kritischen Verstand der westlichen Welt ausgearbeitetes Verstehensmodell für die Funktionsweise unseres Geistes. Auch die Yogis haben den gleichen Sachverhalt mit anderer Terminologie schon vor tausenden von Jahren beschrieben. Für Yogis war es schon immer klar, dass das Individuum am Bereich des Unbewussten und des blinden Fleckes arbeiten muss, um den Bereich des eigenen freien Handelns zu vergrößern. Das ultimative Ziel eines Yogis lässt sich in der Begrifflichkeit des JOHARI-Fensters so ausdrücken: 100% freies Handeln zu 0% blinder Fleck zu 0% Verbergen zu 0% Unbewusstes.
Um diesen Ziel näher zu kommen gibt es eine Meditation, die dabei hilft, unbewusste Denkmuster Schritt für Schritt in den Bereich des Bewusstseins zu führen. Sie hilft dabei, aus Erfahrungen zu lernen, alte Irrtümer zu vermeiden und Traumata zu überwinden.
Setzen Sie sich dazu in den Schneidersitz oder aufrecht auf einen Stuhl mit den Füßen fest am Boden verankert. Kreuzen Sie die Arme etwas unterhalb der Handgelenke vor der Brust. Die Handgelenke weisen etwas zur Brust und nach oben hin. Blicken Sie sich auf die Nasenspitze (leichtes Schielen) und singen Sie monoton das Mantra SA TA NA MA. Auf die Silbe SA bringen Sie Daumen und Zeigefinger zusammen, auf TA Daumen und Mittelfinger, auf NA Daumen und Ringfinger, auf MA Daumen und kleinen Finger. Am Ende der Meditation atmen Sie tief ein und rollen die Augen nach oben. Dann entspannen Sie sich. Machen Sie diese Meditation für mindestens 40 Tage für mindestens 11 Minuten täglich.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß auf Ihrer inneren Reise hin zu mehr Handlungsspielraum.
Immer neutral bleiben...
Ärgern Sie sich manchmal darüber, dass Sie in bestimmten Situationen immer auf die gleiche Art und Weise reagieren, obwohl Ihre Verhaltensweise erfahrungsgemäß wenig erfolgreich ist? Vielleicht spüren Sie instinktiv, dass dies weniger mit den objektiv vorfindbaren Gegebenheiten zu tun hat als vielmehr mit Ihrer persönlichen Einschätzung und Bewertung dieser Gegebenheiten. Keine Sorge, Sie stehen nicht alleine da. Der menschliche Geist ist so beschaffen, dass jeder Gedanke, der in das Bewusstsein gerät, sofort und ungefiltert mit Inhalten aus dem Unterbewusstsein untrennbar verwoben wird. Dies geschieht so schnell und automatisch, dass man dies in der Regel gar nicht wahrnehmen kann. In der Terminologie des Yoga spricht man davon, dass ein ursprünglich reiner, weißer Gedanke von den unterschiedlichen Färbungen unserer unterbewussten Denkmuster ummantelt wird. Diese unbewussten Denkmuster bestimmen die Art und Weise, wie wir diese Welt wahrnehmen, wie wir die Dinge und Menschen um uns herum bewerten und wie wir dann im nächsten Schritt darauf reagieren. Der Grundstock dafür, ob wir neue Situationen eher als Bedrohung oder eher als Chance wahrnehmen, ob wir ein halb gefülltes Glas eher als halb voll oder eher als halb leer erleben, wird in unserer frühesten Kindheit gelegt und dadurch bestimmt, wie Vater und Mutter jeweils mit uns, mit sich selbst und als Paar zueinander in Kontakt getreten sind. Die daraus resultierenden unbewussten Denkmuster können nach der yogischen Philosophie 81 unterschiedliche Facetten und Färbungen annehmen, lassen sich aber der Einfachheit halber hier auf drei grundlegende mentale Qualitäten zurückführen. Diese drei mentalen Qualitäten sind auch als drei minds bekannt:
· negative oder protektive mind,
· positive oder projective mind
· neutral mind
Aufgabe des negativen oder protective mind ist Schutz. Aus diesem Grund arbeitet er sehr schnell. Er bringt die möglichen Gefahren, die mit neuen Situationen einhergehen können, ins Bewusstsein und bewahrt das Individuum damit davor, sich unbedacht in Schwierigkeiten zu bringen. Der positive oder protective mind zeigt die Chancen auf, die in neuen Situationen liegen können. Er bildet so etwas wie den Silberstreif der Hoffnung am Horizont auch in scheinbar total verfahrenen Lebenslagen. Der neutrale mind stellt die abwägende mentale Qualität dar. Er verarbeitet die Impulse des negativen und postiven minds und versucht zu einer ausgewogenen Einschätzung der Situation zu gelangen. Beispielsweise führt ein zu schwacher negative mind bei einem gleichzeitig stark ausgeprägten positive mind zu überstürzten und unüberlegten Handlungen. Ein zu starker negative mind bei gleichzeitig schwach ausgeprägtem positive mind hingegen führt zu einem übervorsichtigen bis ängstlichem Verhalten. Ein Yogi versucht vornehmlich seinen neutralen mind zu stärken und übt sich in der Kunst des Nicht-Bewertens. Dies ist übrigens auch ein untrügliches Zeichen für die wirkliche spirituelle Reife eines Menschen: die Dinge so zu nehmen wie sie sind und kein positives oder negatives Drama daraus zu machen. Grundsätzlich stärkt jede Meditationstechnik den neutralen Geist, dennoch gibt es speziell eine Meditation, die die Fähigkeit zur inneren Neutralität in besonderer Weise stärkt:
Setzen Sie sich gerade in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl mit beiden Beinen fest am Boden verankert. Legen Sie beide Hände in den Schoß so ineinander, dass die Handflächen wie eine nach oben gerichtete Schale aussehen. Die rechte Hand liegt in der linken. Sitzen Sie ganz entspannt und schließen Sie Ihre Augen. Bringen Sie Ihre entspannte Achtsamkeit auf die Mitte Ihrer Stirn und lassen den Atem sehr langsam, ruhig und meditativ fließen. Vibrieren Sie in Ihrem Geiste langsam und monoton das Mantra „WA-HE GU-RU“ (Grenzenlosigkeit und Identität aus dem Licht ins Dunkel). Machen Sie dies für 11 bis 31 Minuten jeden Tag für 40, besser 90 Tage.
Konflikte richtig austragen
In unserer losen Reihe über Konflikte, geht es in dieser Woche um die Eskalation von Konflikten, also die schrittweise Verschärfung, einer einfachen Meinungsverschiedenheit, in der anfangs nur zwei unterschiedliche Standpunkte aufeinander prallten.
Konflikte lassen sich grundsätzlich einteilen in:
- Sachkonflikte (entstehen durch unterschiedliche Informationen zu einem Thema)
- Wertekonflikte (entstehen durch ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Wertesysteme)
- Beziehungskonflikte (entstehen durch persönliche Animositäten)
Dabei besteht eine eindeutige Hierarchie in der Wertigkeit der Konflikte: aus Sachkonflikten entwickeln sich Wertekonflikte, aus Wertekonflikten entstehen Beziehungskonflikte.
Sachkonflikte lassen sich lösen durch Informationsaustausch, Wertekonflikte durch Akzeptanz und Toleranz, Beziehungskonflikte durch Moderation und Mediation. Dazu an anderer Stelle mehr.
Nach Glasl gibt es neun Stufen der Konflikteskalation. Dabei unterliegen die Verhaltensmöglichkeiten beider Kontrahenten von Stufe zu Stufe eine immer stärker werdende Einengung. Handlungsalternativen, die eine konstruktive Bewältigung des Konflikte möglich machen würden, werden damit von beiden Parteien mehr und mehr ausgeschlossen. Der Übergang von Stufe zu Stufe kann auch als das Abgleiten von einem Regressionsniveau zu einem noch niedrigeren Regressionsniveau dargestellt werden. Die beiden Konfliktparteien geben im Verlauf der Eskalation immer mehr ihre erwachsenen, von Vernunft und Einsicht geprägten Persönlichkeitsanteile zugunsten eines immer kindlicheren, affektzentrierten Verhaltens auf. Beide lassen sich danach von Denkgewohnheiten, Gefühlen und Stimmungen sowie von Motiven und Zielen leiten, die nicht dem Grad ihrer wirklichen seelischen Reife entsprechen, sondern Rückgriffe auf bereits überwundene Phasen der psychisch-emotionalen Reifung sind. Das kann in der Endphase sogar soweit gehen, dass der Gegner nicht mehr als Mensch, sondern als Ding, die es zu vernichten gilt, gesehen wird. Dies um jeden Preis, selbst um den der Selbstvernichtung.
Dies ist natürlich keine Option für einen wachen und bewußten Menschen wie Sie. Für Sie kann es keine Alternative sein, sich dazu hinreißen zu lassen, aus einer kleinen Meinungsverschiedenheit einen Kampf auf Leben und Tod zu machen.
Um in einem sich abzeichnenden Konflikt einen kühlen Kopf zu bewahren, ruhig und gelassen zu bleiben und sich damit alle Handlungsalternativen offen zu halten, ist es als Soforthilfe erst einmal möglich, auf den Fluss Ihres Atems zu achten. Die Art und Weise Ihres Atems ist ein sehr feiner Indikator für Ihre emotionale Befindlichkeit, denn jede Emotion beeinflusst die Länge und tiefe Ihres Atems. Umgekehrt ist es aber auch möglich über die bewusste Steuerung des Atems Ihre Befindlichkeit zu verändern.Im Falle eines Konfliktes befolgen Sie dazu die Anweisungen von Atmen wie ein Yogi. Gleichzeitig können Sie versuchen, das rechte Nasenloch zu blockieren und nur durch das linke Nasenloch zu atmen, das senkt nachweislich den Blutdruck und läßt Sie ruhiger werden. Bei langfristigen Konflikten können Sie folgende Übung für mehrere Tage (am besten 40 Tage am Stück) hintereinander ausprobieren:
Sitzen Sie im Schneidersitz oder gerade auf einem Stuhl mit beiden Füssen fest am Boden. Halten Sie die rechte Hand in Höhe der Ohren, Daumen und Spitze der Ringfinger berühren sich (Frauen machen diese Handhaltung mit der linken Hand). Die linke Hand liegt im Schoß, die Spitzen von Daumen und kleinem Finger berühren sich (Frauen machen diese Haltung mit der rechten Hand). Achten Sie darauf, dass Sie nicht auf die Nägel der beteiligten Finger drücken. Die Augen sind bis auf einen kleinen Schlitz geschlossen. Atmen Sie lang und tief in dieser Haltung für 11 Minuten. Ihr Geist wird durch diese Übung ruhiger und Ihre Nerven werden gestärkt werden. Diese Übung hilft gegen Unvernunft und Irrationalität und bewahrt Sie so vor unkontrollierten emotionalen Handlungen, die eine weitere Eskalation des Konfliktes bewirken.
Du bist, was Du isst
Unser Körper ist unser Tempel. Zumindest sollten wir ihn als solchen behandeln, denn in diesem Leben haben wir nur diesen einen. Das Leben in den westlichen Industriegesellschaften läßt uns dies jedoch manchmal vergessen. Terminstress schon am frühen Morgen führt dazu, dass dem Körper mal eben schnell im Vorbeigehen etwas Nahrung zugeführt wird. Während des Tages lassen dann die Pausen nur einen weiteren schnellen Imbiss, wie Currywurst, Hamburger oder süße Pausensnacks zu. Abends sollte es dann schnell gehen, damit das anstehende Fußballspiel oder die Lieblingsserie im Fernseher nicht verpasst wird. Essen wird mehr und mehr zur Nebensache und beiläufig, fast mit Geringschätzung erledigt. Dabei spielt das, was wir zu uns nehmen, eine entscheidende Rolle für unser körperliches und psychisches Wohl- oder Unwohlbefinden. Vor allem Gebackenes, Frittiertes mit raffiniertem Zucker Gesüßtes führt bei langfristigem Verzehr oft zu kleineren und größeren Krankheiten, wie Gallensteine, Herz- Kreislaufbeschwerden, Depressionen, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, Energielosigkeit usw, usw. Wer sich über die Entstehung und die negativen Auswirkungen von Gallensteinen informieren will, dem möchte ich das Buch „Die wundersame Leber- und Gallenblasenreinigung“ von Andreas Moritz empfehlen.
Wenn Sie bedenken, dass es bestimmte Körperzellen gibt (wie z. B. die Körperzellen an der Handinnenseite), die sich alle 24 Stunden erneuern, gewinnt der Satz „Du bist, was Du isst.“ eine ziemlich wörtliche Bedeutung. Der Körper kann nur aus den Quellen schöpfen, die ihm zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, die Qualität der neu gebildeten Körperzellen wird durch die Qualität der zugeführten Nahrung wesentlich beeinflusst.
Jeder, der sich schon einmal mit gesunder Ernährung beschäftigt hat, weiß, dass es gerade auf diesem Gebiet eine Unzahl von mehr oder weniger wissenschaftlichen und mehr oder weniger dogmatischen Lehrmeinungen gibt. Noch komplizierter und unübersichtlicher wird die Betrachtung, wenn Sie Ihren Fokus dazu auf die Ernährungsregeln aus unterschiedlichen religiösen und esoterischen Weltanschauungen lenken.
Yogis haben der Art und Weise der Zubereitung und Aufnahme ihrer Nahrungsmittel schon von jeher eine große Aufmerksamkeit gewidmet. Fast wichtiger als die Aufnahme von Nahrung wurde aber die Ausscheidung von Giftstoffen erachtet. Im Yoga wurden eine Vielzahl von Reinigungsmethoden (Shatkarmas) entwickelt, um den Körper frei von sich ablagernden Schadstoffen zu machen. Aus yogischer Sicht entgiftet damit auch der Geist von allzu negativen und sauren Emotionen. Die Shatkarmas dienen dazu, die drei Doshas oder Körpersäfte kapha (Schleim), pitta (Galle), und vata (Wind) in einen ausgeglichenen Zustand zu bringen. Ein Ungleichgewicht der Doshas führt nach der ayurvedischen Lehre und der yogischen Theorie zu Krankheit von Körper und Geist.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen eine kleine und unaufwendige, aber sehr wirksame Reinigungsübung vorstellen, für die Sie sehr wenig Zeit brauchen. Es handelt sich um den sogenannten Sitali Pranayam, der nebenbei auch helfen kann, bei Fieber oder bei großer Hitze die Körpertemperatur zu senken. Desweiteren werden dem Sitali Pranayam verjüngende und entgiftende Wirkungen zugeschrieben, sofern Sie morgens und abends jeweils 26 lange und tiefe Atemzüge auf die unten beschiebene Art und Weise machen. Es kann sein, dass Sie besonders anfangs einen bitteren Geschmack auf der Zunge schmecken werden. Werten Sie dies als Zeichen der beginnenden Entgiftung. Nach einer Weile regelmäßigen Übens wird sich ein süßer Geschmack einstellen.
Sitzen Sie mit gerader Wirbelsäule im Schneidersitz oder auf einem Stuhl. Rollen Sie Ihre Zunge von den Seiten her so auf, dass die Zunge ein „U“ beschreibt. Schieben Sie nun die Zunge aus dem zum „O“ geformten Mund und atmen lang und tief durch das „U“ Ihrer Zunge ein und durch die Nase wieder aus. Machen Sie auf diese Art und Weise jeweils 26 Atemzüge morgends und abends. Sorgen Sie sich bei dieser Übung nicht um Ihr gutes Aussehen, verschließen Sie einfach die Tür und achten Sie darauf, dass Sie, solange Sie üben, von niemandem gestört werden. Geben Sie sich ganz dem Atemfluss hin. Viel Spaß beim Üben!
Konflikte konstruktiv bewältigen
Konflikte gehören zum Leben. Nicht jeder Konflikt wird jedoch gleich so ausgetragen, dass es zwischen zwei streitenden Kampfhähnen zum offenen Schlagabtausch kommt, so dass die Fetzen fliegen. Der Umgang mit Konflikten ist abhängig von der Persönlichkeitsstruktur, von der jeweiligen Situation und von der Kultur, in der die Konfliktpartner leben. Aus diesem Grunde gibt es unterschiedliche Weisen, um mit Konflikten umzugehen. Wie auch immer Ihre persönliche Konfliktbewältigungsstrategie aussehen mag, eines muss Ihnen klar sein: Konflikte stellen eine Grundtatsache unseres Lebens dar, der wir nicht entgehen können. „Menschen, die miteinander zu schaffen haben, machen einander zu schaffen.“ (Schulz v. Thun 1989).
Konflikte werden in der Regel als peinliche Panne erlebt, als unangenehme Störfälle, denen man sich ungern zuwendet, weil sie oft schmerzhaft sind, Ängste auslösen, kränken und damit an die Nieren gehen. Das macht verständlich, warum sie gerne vermieden werden. Im Hintergrund besteht dabei die Hoffnung, dass durch die Konfliktvermeidung vielleicht wieder die ersehnte Harmonie eintritt. Eine Vermeidung des Konfliktes führt aber letztlich zu einer Vermeidung des Kontaktes zum Konfliktpartner. Es gibt keinen echten Kontakt ohne Konflikt. Konflikte stellen damit keinen Defekt dar, sondern einen unentbehrlichen Korrekturprozess von zu starren Beziehungsstrukturen. Entscheidend dafür, ob Konflikte zu Wachstum oder zu Stagnation führen, ist die Art, wie sie gelöst werden. Der Sinn von Konflikten besteht darin,
- dass vorhandene Unterschiede zugelassen werden, sie verdeutlichen und durch konstruktive Bearbeitung fruchtbar machen;
- dass Differenziertheit entwickelt wird, die einer komplexen Realität Rechnung trägt;
- dass notwendige Veränderungsprozesse und Weiterentwicklungen von Gruppen, Organisationen und Kulturen ermöglicht werden und Bestehendes auf seine Alltagstauglichkeit hin überprüft wird.
Eine konstruktive Konfliktgestaltung kann gelernt werden und ist unerlässlich für ein harmonisches Miteinander. Zur konstruktiven Konfliktgestaltung gehören unter anderem Kenntnisse über sich selbst (Selbstreflexion), über die Möglichkeiten einer produktiven Konfliktprophylaxe, über den Umgang mit aggressiven Gefühlen, über Konfliktphasen und nicht zuletzt über eine konstruktive Konfliktbewältigung. All diesen Themen werden wir uns innerhalb der nächsten Wochen in loser Reihenfolge in den wöchentlichen Tipps widmen.
Yogis fragen sich in allem, was ihnen widerfährt, was diese Erfahrung, die eben erlebte Situation mit ihnen selbst zu tun hat. Hilfreich bei Konflikten kann genau diese Frage sein: was am Anderen regt Sie konkret auf? Was hat dies mit Ihnen zu tun? Was hat der Ärger, die Wut auf den Konfliktpartner mit Ihnen zu tun? Eine kurze Atemübung, um Konflikte und Spannungen in Ihnen zu lösen kann dabei der richtige Weg sein, den Konflikt und die Spannung mit Ihrem Konfliktpartner in einem völlig neuen Licht zu betrachten:
Setzen Sie sich in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl und halten Sie den Rücken gerade. Pressen Sie die Handflächen leicht an die Außenseiten Ihrer Brust. Die Finger liegen aneinander und zeigen ausgestreckt nach vorne, so dass sich die Fingerspitzen fast berühren. Schließen Sie Ihre Augen bis auf einen kleinen Schlitz und blicken auf ihre Nasenspitze. Atmen Sie nun in folgendem Rhythmus: Tief ein für die nächsten 5 Sekunden, vollständig aus für die nächsten 5 Sekunden. Jetzt halten Sie den Atem ausgehalten für die nächsten 15 Sekunden. Beginnen Sie erst einmal mit 11 Minuten täglich.
Viel Spaß beim Üben.
Essstörungen
Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Zahl der übergewichtigen Menschen in den nächsten 10 Jahren auf 1,5 Milliarden ansteigen. In Deutschland leiden derzeit 100000 Menschen an Magersucht, weitere 600000 an Ess- Brech Sucht, sowie ca. 4% der Bevölkerung an regelmäßig auftauchenden Fressattacken (sogenanntes Blinge-Eating). Während bei Übergewicht nicht immer notwendigerweise von einer Essstörung im engeren Sinne auszugehen ist, besteht jedoch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass jeder einzelne Mensch, der sich hinter diesen Zahlen verbirgt, ein Verhältnis zu Nahrungsmitteln und der Art seiner Nahrungsaufnahme aufgebaut hat, das nicht mehr als unbelastet zu bezeichnen ist. Dabei wird gerade übergewichtigen Menschen oft ein undiszipliniertes Essverhalten und mangelnde Selbstkontrolle unterstellt. Wer fett ist, ist auch gleichzeitig faul, weil er keine Disziplin hat. Solche Fremdzuschreibungen werden recht schnell von den Betroffenen übernommen und führen zu einer negativen Selbstwahrnehmung. Dies kann dann dazu führen, dass aus Frust über die eigene Unzulänglichkeit das Essverhalten immer unkontrollierter wird.
Die Ursachen der Essstörungen sind vielfältiger Natur: biologische Faktoren spielen neben sozialen, familiären, soziokulturellen und persönlichkeitsbedingten Faktoren eine gleichberechtigte Rolle. Das bedeutet, dass es sinnvoll ist, jeden einzelnen Betroffenen gesondert und vorurteilsfrei zu betrachten und nach seinen individuellen Ursachen zu forschen. Insbesondere bei den psychosozialen Ursachenkomplexen lohnen sich u.a. auch Fragestellungen in folgenden Bereichen:
Welche kommunikative Funktion hat das Essen für mich, bzw. welche Blockaden in meiner Kommunikation versuche ich mit dem Essen zu kompensieren?
Versuche ich mit dem Essen emotionale Sicherheit zu erreichen bzw. mein Selbstwertgefühl zu stärken?
Versuche ich mich in meinem sozialen Status durch die Auswahl und die Art meines Essens von anderen Menschen abzugrenzen und abzuheben?
Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen steigt Ihre Bewusstheit gegenüber automatisch ablaufenden Mustern. Dadurch wird es Ihnen möglich zu erkennen, wo Sie ein unnatürliches, weil mit negativen Emotionen (z.B. Schuldgefühlen) belastetes Verhältnis zum Essen aufgebaut haben. Daneben können Sie, wann immer Sie den Impuls zu unkontrolliertem Essen verspüren, folgende einfache Atemübung aus dem Yoga zur Unterstützung Ihrer Bemühungen nach einem geregelten Essverhalten versuchen:
Setzen Sie sich in eine bequeme Sitzhaltung und blockieren mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch. Atmen Sie nun tief durch das linke Nasenloch ein und halten den Atem so lange wie es geht ein (beginnen Sie erst einmal mit 7 Sekunden). Dann atmen Sie durch das linke Nasenloch aus und halten den Atem genauso lange aus, wie sie ihn eingehalten haben (7 Sekunden). Dehnen Sie die Phasen des Atem Ein- und Aushaltens langsam aus, bis Sie die äußerste Kapazität Ihres Lungenvolumens erreicht haben. Es heißt, dass 90 Tage des Praktizierens dieser Übung für jeweils 31 Minuten einen dauerhaften Wandel des unkontrollierten Essverhaltens zur Folge haben können. Diese Übung ist jedoch nur als Ergänzung, niemals als Ersatz für eine einschlägige Therapie einer Essstörung gedacht.
Richtig Zuhören
Kommunikation zählt in unserer Gesellschaft zu den wichtigsten Eigenschaften für beruflichen und privaten Erfolg. Kommunikation ist jedoch keine Einbahnstraße. Auf einer sehr sachlichen Ebene versteht man Kommunikation als wechselseitigen Informationsaustausch zwischen mindestens zwei Menschen, der in Form aller möglichen gesprochenen (verbalen) und nicht gesprochenen (non-verbalen) Signale (Reize) stattfindet. Dabei rufen die jeweils ausgehenden Signale des Senders Gegensignale des Empfängers hervor, die das weitere Verhalten der am Kommunikationsprozess Beteiligten beeinflussen. Zu diesem Ablauf wechseln Sender- und Empfängerrolle ständig hin und her (Interaktion).
Fast wichtiger noch als das Aussenden der Signale, landläufig auch sprechen genannt, ist das Empfangen (Hören) und Entschlüsseln (Verstehen) dieser Signale. Es gibt kaum etwas Unbefriedigerendes als ein Gespräch mit jemanden zu führen, bei dem das Gefühl entsteht, dass er nicht richtig versteht, was gesagt und gemeint wurde. Die wenigsten Menschen wissen, dass das Zuhören ein aktiver Prozess ist, der vom geistigen Aufwand her mit gutem Sprechen gleichzusetzen ist. Es erfordert eine größere Konzentration als das Lesen, denn man muss im gleichen Moment das Gesagte verstehen und bedenken, Neues merken und/oder mit Altem vergleichen, sowie Gegenargumente gegebenenfalls vorformulieren. Viele Menschen können nicht gut zuhören, weil sie sich nicht auf das Gesagte konzentrieren können. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn reine Denkprozesse ungefähr vier mal schneller verarbeiten kann, als die Prozesse, die für das Hören verantwortlich sind. Während die Höchstgrenze des Gehirns bei der Verarbeitung des Gehörten bei 130Worten liegt, liegt sie bei der Verarbeitung von Denkprozessen bei ca. 520 Worten. Wo „Leerzeiten“ im Gehirn entstehen, können andere Gedanken Raum greifen. Von hier aus ist es dann nicht mehr soweit zum unkonzentrierten Dasitzen oder dem Tagträumen. Gutes Zuhören setzt aber nicht nur die notwendige Konzentration dazu voraus, sondern auch die entsprechende Motivation, ob Sie sich wirklich auf Ihr Gegenüber einlassen wollen.
Ihre Zuhörleistung läßt sich jedoch steigern, wenn Sie versuchen, Ihre normalen Hörgewohnheiten zu überprüfen und bei Bedarf zu verbessern. Dabei sollten Sie wissen, dass sich das emotionale Empfinden Ihres Gesprächspartners über unterschiedliche Kommunikationskanäle erschließt:
- Inhalt
- wiederkehrende Worte oder Sätze, der rote Faden
- Tonfall, Sprechtempo, Pausen
- Mimik, Gestik
- ist das Sendeverhalten kongruent oder inkongruent, d.h. stimmt der wörtliche Teil der Nachricht mit dem nichtsprachlichen (Gestik, Mimik, Tonfall, usw.) Teil der Nachricht überein?
Wenn Sie es schaffen, sich gleichzeitig auf alle ausgesendeten Signale des Gegenübers zu konzentrieren, führt dies zu einem ganzheitlichem Verständnis des inneren Bezugsrahmens und der seelischen Landschaft Ihres Kommunikationspartners. Dabei werden Sie recht schnell an den Reaktionen Ihres Gegenübers merken, ob sich dieser wirklich von Ihnen verstanden fühlt oder nicht. Denn wenn sich Ihr Gesprächspartner wirklich verstanden fühlt, wächst auch gleichzeitig seine Bereitschaft dazu, das von Ihnen Gesagte tiefer und vollständiger aufzunehmen, so dass die Türen für Ihre Botschaft offen stehen und diese auf fruchtbaren Boden fallen kann. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie eine wirkliche Botschaft zu vermitteln haben.
Yogis auf aller Welt wissen, dass ihre Botschaften nur dann von den Menschen verstanden und angenommen werden, wenn sie deren Sprache sprechen. Aus diesem Grunde wurden gerade auch im Kundalini Yoga eine Anzahl von Meditationen entwickelt, die eine bewusste Kommunikation zum Ziel haben. Versuchen Sie doch einmal folgende kurze Übung zur Stärkung Ihrer Kommunikationsfähigkeit:
Egal, ob Sie stehen, Sitzen, gehen oder sonst einer Tätigkeit nachgehen, für die Sie für eine kurze Zeit Ihre Finger nicht benötigen: drücken Sie mit dem Daumen auf den Nagel des kleinen Fingers an beiden Händen. Tun Sie dies für eine Minute. Dann berühren Sie mit der Spitze der Daumen die Spitze der kleinen Finger. Auch wieder eine Minute. Wenn Sie wollen, können Sie dies mehrmals am Tag wiederholen, tun Sie dies so oft Sie wollen. Es gibt garantiert keine Nebenwirkungen, ausser, dass sich Ihr Ruf, ein ausgezeichneter Gesprächspartner zu sein, rasend schnell in Ihrem sozialen Umfeld verbreiten wird.
Deshalb Meditation
Es macht keinen Sinn zu meditieren ohne zu wissen, warum man meditieren sollte. Meditation ist eine Technik zur kurzfristigen Veränderung des Bewusstseinszustandes und zur langfristigen Veränderung unseres Geistes hin zu mehr Effektivität durch Ausgeglichenheit und Balance. Die Wirkungen der Meditation sind in den letzten 40 Jahren durch die verschiedensten Forschungsergebnisse belegt worden. Zu den am besten untersuchten Gegenständen der Meditationsforschung gehört dabei die Veränderung der messbaren Hirnstromwellen des Meditierenden. In der Meditation wird die Gehirnwellenfrequenz von der Betaebene des Wachbewusstseins abgesenkt und erreicht eine Alphawellen- bis eine Thetawellenfrequenz bei fokussierter und bewusster Aufmerksamkeit. Der Bewusstseinszustand im Alphawellenbereich zeichnet sich aus durch die Fähigkeit zur Verarbeitung großer Informationsmengen und durch ein ruhiges und gelassenes Denken, das von Kreativität, Phantasie und Intuition geprägt ist. Im Alphazustand ist das Unterbewusstsein offen für das Installieren neuer bzw. das Deinstallieren alter Denkmuster (wie z.B. im Alpha-Training). Im Thetawellenbereich nimmt die Gehirnhälften-Synchronisation noch mehr zu, hier werden die Inhalte des Unterbewusstseins dem Wachbewusstsein leichter zugänglich. Es kommt zu einem Zugriff auf eine Fülle anschaulicher Erinnerungen, Erfahrungen, Wahrnehmungen und Gefühle. Auch die Bereiche der bildhaften Vorstellung und der Kreativität werden stärker erfahrbar.
Durch Meditation kommt es zu einer dauerhaften Synchronisation und Harmonisierung der Schwingungsmuster beider Gehirnhälften, die auch weit über die Meditation hinaus anhält. Diese sogenannten Kohärenzmuster des Gehirns nehmen zu, je länger ein Mensch meditiert. Wichtig ist dabei zu wissen, dass schon jede einzelne Meditation sofortige und messbare Wirkungen (in der Alphawellenfrequenz) auch bei Anfängern zeigt.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum die Kohärenz der Gehirnwellen für Sie von Bedeutung sein sollte. Stellen Sie sich aber einmal ein Orchester ohne Dirigenten vor. Würde jeder Musiker so spielen, wie es ihm gerade in den Sinn kommt, kann es vielleicht sogar sein, dass zufälligerweise noch so etwas wie Musik dabei herauskommt, richtig ergreifend hört sich das Orchester aber erst dann an, wenn 40 oder mehr Musiker durch die ordnende Funktion des Dirigenten auf den Punkt genau zusammenspielen. So ähnlich können Sie sich die Vorgänge in unserem Gehirn vorstellen: wenn die einzelnen Funktionsbereiche des Gehirns bis in die Synapsen hinein aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten, erhöht sich damit die Verarbeitungskapazität von Denk- und Wahrnehmungsprozessen. In der folge fühlen Sie sich resistenter gegen Stress bei erhöhter Achtsamkeit auf Ihre eigenen inneren psycho-emotionalen Prozesse (diesen Vorgang beschreibt Yogi Bhajan mit der Entwicklung und Verfeinerung des Selfsensory Systems). Dies wiederum hat zur Folge, dass Sie eine größere Feinfühligkeit hinsichtlich Ihres sozialen Umfeldes entwickeln, womit die sogenannten Soft Skills (emotionale Intelligenz) gemeint sind. Ihre gesamte Kommunikation verfeinert sich und erreicht ein bewussteres Level. Dadurch wird Ihnen klarer, warum Sie in der Beziehungen zu bestimmten Menschen immer wieder vor dieselben Mauern rennen und warum Sie in bestimmten Situationen immer wieder die gleichen inadäquaten Verhaltensmuster abrufen und was das mit Ihnen selbst zu tun hat. Durch diesen Bewusstwerdungsprozess entwickeln Sie Schritt für Schritt eine durch die Übernahme von Verantwortung geprägte Grundhaltung.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Sie nicht schon früher auf die Idee gekommen sind, regelmäßig zu meditieren. Probieren Sie es doch mit einer einfachen Meditation für Anfänger:
Setzen Sie sich gerade in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl. Schließen Sie Ihre Augen und fühlen mit der rechten Hand nach dem Puls am Handgelenk der linken Hand. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Pulsschlag. Immer, wenn Ihr Puls schlägt sagen Sie innerlich „Sat“ (wahr), beim nächsten Pulsschlag „Nam“ (Name, Identität). Versuchen Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit bei Ihrem Pulsschlag zu halten. Eine gute Idee wäre es, diese Meditation für 7 Minuten täglich zu üben und die Dauer dann langsam auf 11 Minuten zu steigern.
Wenn Sie dann Lust auf mehr bekommen, können Sie auch gerne hier und hier Meditationen ausprobieren. Viel Spaß beim Üben.
Mit dem inneren Team zur richtigen Entscheidung
Sie stehen vor einer wichtigen Entscheidung, kommen aber zu keiner Lösung, weil unterschiedliche Stimmen in Ihrem Kopf und/oder Bauch in vollkommen unterschiedliche Richtungen drängen? Keine Panik, das ist erst einmal vollkommen normal, denn oftmals werden wir gerade in der heutigen Zeit vor Situationen gestellt, zu denen wir bisher noch keine eindeutige Haltung entwickeln konnten. Das Leben in den hochtechnisierten Gesellschaften des Informationszeitalters fordert uns immer differenziertere Einstellungen und Bewertungen zu immer komplizierter werdenden Begebenheiten ab. Dabei gelten die meisten Werte, die wir noch vor 30 Jahren als richtig erachtet haben, heute als überholt und veraltet und damit als untauglich. Dies treibt das Denken vieler Menschen in die Beliebig- und damit letztlich auch in die Belanglosigkeit. Frustration, Unzufriedenheit und ein allübergreifendes Gefühl der Leere sind die Folge.
So gesehen ist es also eher ein Zeichen Ihrer hohen geistigen Komplexität, wenn Sie zunächst eine Weile benötigen, um zu einer ausgewogenen Entscheidung zu gelangen. Das Problem fängt da an, wo sich diese hohe innere Komplexität zur Denk- und Entscheidungsblockade auswächst. Friedemann Schulz von Thun, einer der angesehensten deutschen Kommunikationspsychologen rät in solchen Fällen, eine innere Teamsitzung abzuhalten. Die Idee dabei ist, jeder inneren Strömung, die sich zu Ihrer zu treffenden Entscheidung regt, einen Namen zu geben und genügend Möglichkeit zur Wortmeldung einzuräumen. Dabei verhält es sich natürlich nicht so, dass Ihre inneren Strömungen auch alle dieselbe Sprache sprechen. Manche Strömungen sind eher als ein Zwicken im Bauch wahrnehmbar. Andere als Klingeln in den Ohren. Wieder andere als tatsächlich im Kopf wahrnehmbare innere Stimme. Die erste Aufgabe, die Ihnen in solchen Situationen also zufällt, ist bewusst und aufmerksam in sich hineinzuhorchen und die vorhandenen Gefühle, Wahrnehmungen und Stimmen zu sortieren. Im nächsten Schritt, geben Sie all diesen unterschiedlichen Regungen individuelle Namen (z.B. der Angsthase, der Rebell, der Gönner, usw.). Danach versammeln Sie die nun benannten Regungen um einen imaginären runden Tisch und bringen alle miteinander in einen inneren Dialog. Sie werden bald merken, dass sich manche Stimmen relativ schnell und nachhaltig zu Wort melden, andere dagegen eher etwas stiller und zurückhaltender zu sein scheinen. Grundsätzliche Regel dabei ist: jede Stimme sollte in ausgewogener Art und Weise zu Wort kommen und keine Stimme sollte dominieren. Achten Sie darauf, ob sich Allianzen einzelner Stimmen zusammentun (manchmal kommt es auch zu unheilvollen Koalitionen). Manchmal ist es sinnvoll, bestimmten Stimmen, wenn sie besonders laut und aufdringlich sind, Redeverbot zu erteilen.
Die Technik des inneren Teams führt zu einer größeren Aufmerksamkeit gegenüber den eigenen inneren Strömungen und damit zu einer größeren Bewusstheit. Zudem ermöglicht Ihnen diese Technik, Ihre Kräfte zu bündeln und sie ohne Ambivalenzen oder unbewusste Störimpulse mit Entschlossenheit auf ein Ziel hin auszurichten. Dabei ist das innere Team relativ leicht anwendbar, weil es verständlich und ohne größeren Aufwand durchführbar ist. Aus yogischer Sicht birgt das innere Team noch einen weiteren Vorteil: indem Sie nämlich Ihren inneren Regung einen Namen geben und sie quasi als eigenständige Persönlichkeit behandeln, lösen Sie sich schrittweise von der Identifizierung mit Ihrer Gefühlswelt. Dadurch wird Ihr Blick neutral und frei für das Wesentliche, bzw. die Ihrem innersten Wesen entsprechende Entscheidung. Dies ist genau das, was die Yogis mit „Sat Nam“ meinen: Ich besinne mich auf mein wahres Wesen. Die Entscheidung zu treffen, die Ihrem wahren Wesen entspricht, ist die beste aller möglichen Optionen. In diesem Sinne: SAT NAM
Der Mensch wächst am Widerstand
Es ist erst einmal vollkommen egal, ob es sich hierbei um einen materiellen Widerstand (z.B. in Form einer besonders unangenehmen Yogaübung) oder um einen psychischen Widerstand (z.B. in Form von Ärger, Trotz, Müdigkeit, usw.) handelt. Während es relativ einsichtig erscheint, dass die Bearbeitung eines körperlichen Widerstandes unter Einsatz der nötigen Konsequenz und Beharrlichkeit relativ schnell zu Erfolgen (mehr Kraft und/oder Beweglichkeit bzw. Wohlbefinden) führt, ist uns die Auseinandersetzung mit psychischen Widerständen oftmals lästig und unangenehm, weil wir uns hier mit einer Reihe von als negativ bewerteten Gefühlen konfrontiert sehen. Einfacher und bequemer erscheint es uns, diese negativen Gefühle und das Wissen um ihre Auslöser in das Unterbewusstsein zu drängen und darauf zu hoffen, dass sie sich dort von selbst erledigen. Ihre persönliche Erfahrung hat Ihnen wahrscheinlich schon gezeigt, dass dies so nur leider nicht funktioniert. Denn unser Unterbewusstsein verfügt erstens nicht über eine unbegrenzte Aufnahmekapazität und zweitens folgt es der dummen Angewohnheit, seine Inhalte auf bestimmte Auslöser (Reize) hin unkontrolliert auszuschütten. Diese Ausschüttung erfolgt in der Regel blitzschnell und mit einer solchen emotionalen Heftigkeit, dass wir uns selbst meist nicht erklären können, wieso wir auf eine so nachdrückliche Art und Weise reagiert haben. Wenn es uns dann zumindest im Nachhinein nicht gelingt, aus diesem unbewussten Prozess auszusteigen und ihn in einen bewussten Prozess umzuwandeln, bilden sich Verhaltensmuster, die sich bei jeder erneuten Wiederholung mehr und mehr einschleifen und automatisieren.
Psychologisch gesehen haben Widerstände eine nicht zu unterschätzende Schutzfunktion. Der Zugang zu den unbewussten Inhalten unserer Persönlichkeit, die als angstauslösend und bedrohlich erlebt werden, wird durch eine ganze Reihe sogenannter Abwehrmechanismen verstellt. Da die Psyche sich nicht in der Lage fühlt, diese Inhalte bewusst zu bewältigen, wählt sie sich die bestmögliche Alternative zur bewussten Verarbeitung: die unbewusste Bewältigung. Es macht also keinen Sinn, Widerstände einfach nur knacken zu wollen und zu sehen, was dann noch von unserer psychischen Integrität übrig bleibt. Es macht aber genauso wenig Sinn, vor der Macht des Unterbewusstseins zu resignieren und die Widerstände als unveränderbare Wesensmerkmale anzuerkennen. Widerstände können wir nutzen, indem wir sie als Wegweiser zur langsamen Annäherung an eine bewusste Auseinandersetzung mit Inhalten und Themen verstehen, die uns als unangenehm und angstauslösend erscheinen. So lernen wir, diese Themen nach und nach aus dem Unterbewusstsein in unser Bewusstsein anzuheben und zu integrieren, womit sie schließlich an Macht über uns und unser Verhalten verlieren. Dies richtet natürlich auch unsere Kommunikation und unser Verhältnis zu anderen Menschen auf eine vollkommen neue Art und Weise hin zu mehr Bewusstheit aus. In diesem Sinne erfolgt persönliches Wachstum in der Auseinandersetzung mit inneren und äusseren Widerständen. So betrachtet stellen Widerstände und Herausforderungen gleich welcher Art eher ein Geschenk als eine Behinderung dar, ein Geschenk, das Ihnen ermöglicht, Ihre eigene Größe zu erkennen und unter Beweis zu stellen, wie weit entwickelt Ihr Bewusstsein sein kann.
Ein solcher bewusstseinsanhebender Prozess lässt sich sinnvoll begleiten mit einer Übung, die jeden inneren Konflikt in Ihnen auflösen wird und letztlich wie eine Psychotherapie wirkt. Wenn Sie sich in einer wirklich schweren Lebenssituation befinden, sollten Sie die folgende Übung täglich für 5 Minuten wiederholen:
Setzen Sie sich in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl und halten Sie den Rücken gerade. Pressen Sie die Handflächen leicht an die Außenseiten Ihrer Brust. Die Finger liegen aneinander und zeigen ausgestreckt nach vorne, so dass sich die Fingerspitzen fast berühren. Schließen Sie Ihre Augen bis auf einen kleinen Schlitz und blicken auf ihre Nasenspitze. Atmen Sie nun in folgendem Rhythmus: Tief ein für die nächsten 5 Sekunden, vollständig aus für die nächsten 5 Sekunden. Jetzt halten Sie den Atem ausgehalten für die nächsten 15 Sekunden. Beginnen Sie erst einmal mit 11 Minuten täglich.
Viel Spaß beim Üben.
Nachhaltig zum Erfolg
Als fleißiger Leser des wöchentlichen Tipps haben Sie bestimmt schon gemerkt, dass ich der tiefen Überzeugung bin, dass Sie, wie jeder andere Mensch auch, alle notwendigen Voraussetzungen in sich tragen, um ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen. Mal abgesehen davon, dass es eine sehr subjektive Sache ist, was wir unter Erfolg oder unter Glück verstehen, haben die meisten Menschen große Schwierigkeiten damit, wirklich erfolgreich zu sein, weil es ihnen an einer Methodik, einem Schlüssel fehlt, das zu erreichen, was sie wollen. Wenn Sie sich in Buchhandlungen umschauen, setzen an diesem Punkt eine Unzahl unterschiedlichster Ratgeber an, die schnelle Hilfe bei minimalem Einsatz versprechen.
Meiner persönlichen Erfahrung entspricht dies jedoch nicht. Erfolg ist nicht schnell und auch nicht ohne Einsatz zu haben, selten kommt er zugeflogen und wenn, dann verflüchtigt er sich meist genauso schnell wieder, wie er gekommen ist. Meiner Erfahrung und Überzeugung nach stellt das Fundament für jede Form von Erfolg nur eine klare Nachhaltigkeit und ein starkes Durchhaltevermögen dar. Sie müssen sich dessen bewusst sein (und das wissen die wenigsten), dass jedes Projekt, das Sie angehen, innerhalb eines Siebenjahres-Zyklus verläuft (mehr dazu in einem späteren Tip). Sieben Jahre sind eine ziemlich lange Zeit, in der Zweifel an der eigenen Befähigung, das Projekt auch erfolgreich beenden zu können, eine große Möglichkeit haben, zu wachsen und schließlich alles zu vernichten. Alle Projekte, die Sie abbrechen ohne die einzelnen Phasen des Siebenjahres-Zyklus zu durchlaufen, werden Ihre Einstellung gegenüber zukünftigen Projekten negativ beeinflussen und bilden als totes Gewicht ihre persönlichen Energiekiller. Dies bedeutet, je mehr Projekte Sie vor der Zeit abbrechen, desto höher das tote Gewicht, das Sie mit sich herum schleppen, desto höher der Kraftaufwand ohne wirklich produktiv zu sein, desto kraftloser und unzufriedener die psychische Verfassung. Um wirklich effektiv und kraftvoll zu sein, sollten Sie sich also im Vorhinein genau überlegen, ob Sie ein Projekt wirklich durchziehen wollen oder es lieber sein lassen. Eine sinnvolle Entscheidungshilfe dabei ist, ob die Motivation zu Ihrem Vorhaben wirklich von Ihnen kommt oder, ob Sie dies nur tun, um jemand anderem zu gefallen oder ihn zu beeindrucken. Solche ITO-(impress-the-others) Projekte sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt, weil Sie nicht wirklich mit Ihrer Person dafür eintreten können und Sie deswegen beim Auftreten der ersten Hindernisse die Flinte ins Korn werfen werden. Wirkliche Durchhaltekraft entsteht aus Ihrer Verbindlichkeit Ihrem Wort gegenüber. In Ihrem Wort bündelt sich Ihre eigentliche Kraft wie in einem Laserstrahl, sofern Sie sich dessen bewusst sind. Und genau in diesem mangelhaftem Bewusstsein gegenüber der Kraft des eigenen Wortes liegt die Ursache für das Scheitern und den Misserfolg der meisten Menschen. Sofern Sie der Auffassung sind, dass Ihr gesprochenes Wort nichts weiter als ein im Vakuum des Universums verpuffender Lufthauch ist, werden ihre Ideen und Projekte auch keine Form annehmen. Erkennen Sie aber Ihr Wort als Gesetz, als unumstößliche Wahrheit an, gibt es nichts, was sich Ihrem Vorhaben dauerhaft entgegenstellen kann.
Schaffen Sie es dann, Ihre Bewusstheit gegenüber dem eigenen Können und den eigenen Talenten mit der Verbindlichkeit gegenüber Ihrem eigenen Wort gleichzuschalten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Erfolg einstellt. Eine Eiche braucht auch ein wenig Zeit, um ihr stattliches Potential zu entwickeln.
Um die Kraft zur Verbindlichkeit und zum Durchhalten zu entwickeln, schlage ich Ihnen folgende Übung vor.
Um starke Kraft zu entwickeln:
Wenn Sie sich einer großen Herausforderung gegenüber gestellt sehen, wird Ihnen diese Meditation eine wirklich großartige Kraft zur Verfügung stellen. Sie wird Ihren persönlichen Computer balancieren- Ihr Gehirn.
Setzen Sie sich in den Schneidersitz oder eine bequeme Position auf einen Stuhl, halten Sie Ihren Rücken gerade. Verschränken Sie nun alle Ihre Finger ineinander bis auf die Ringfinger. Die Ringfinger bleiben ausgestreckt und berühren sich an den Fingerspitzen. Die Hände halten Sie in Höhe des Zwerchfells, wobei die Ringfinger in einem 60 Grad-Winkel zu Ihrer Sitzhaltung nach oben ausgerichtet sind. Die Augen sind geschlossen. Atmen Sie nun tief ein und chanten die Silbe „Ong“ (das bedeutet so viel wie „göttliche Schöpfungsenergie“) so lange , wie Ihr Atem reicht. Wiederholen Sie diese Übung mindestens 5 mal. Halten Sie dabei den Mund offen. Auch wenn Sie nicht an die Macht von Mantras glauben, können Sie die Wirkung dieser Übung erfahren, sofern Sie sie korrekt ausüben. Diese kurze Meditation kann Ihr Bewusstsein in kürzester Zeit vollkommen erheben.
Viel Erfolg.
Entschleunigen Sie Ihre Zeit
Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Zeit immer schneller zu vergehen scheint. Ständig sind große Teile der Bevölkerung mit Handy oder Netbook auf Empfang geschaltet. Ständig werden wir über eine wachsende Anzahl von Medien mit Informationen überflutet, die uns als wichtig verkauft werden, die sich jedoch bei genauerer Hinsicht fast ausschließlich als Negativmeldungen entpuppen. Im Berufsleben wird die menschliche Qualität der Arbeit durch immer neue Auflagen eines falsch verstandenen Qualitätsmanagements wegoptimiert, in der Freizeit ergibt sich der Zwang zum Zeitmanagement, um möglichst viele Interessen mit der Familie und anderen sozialen Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen. Es verhält sich fast so wie in Michael Endes Roman „Momo“, in dem die Menschen durch grau gekleidete Herren mit Zigarren in den Händen auf eine sehr subtile Art und Weise immer mehr dazu gebracht werden, die Autonomie über die Gestaltung ihrer Zeit abzutreten. Haben wir erst einmal die Selbstbestimmung über unsere Lebenszeit aus den Händen gegeben, besitzen wir keinerlei Macht mehr, unser Leben gemäß unseren Fähigkeiten und gemäß unserer Bestimmung zu gestalten. Viele Menschen sind in der Hauptsache nur noch damit beschäftigt, irgendwelchen Zielen und Vorgaben hinterher zu rennen, die irgendjemand anderes für sie aufgestellt hat. Sie haben sich selbst entmachtet und sich größtenteils aus freien Stücken in die Abhängigkeit von einer zunehmend als fragwürdig erscheinenden Gesellschaftsmaxime begeben, die purer Information einen höheren Wert beimisst als ihrem Empfänger, dem Menschen. Sollten Sie sich in einer solchen Situation befinden, hilft Ihnen auch kein schön ausgearbeitetes Work-Life-Balance Konzept mehr weiter, denn damit würden Sie nur Symptomkosmetik betreiben und nach einer gewissen Zeit am gleichen Punkt wie zuvor stehen, nur noch ein wenig verzweifelter.
Der Schlüssel zur Überwindung solcher Abhängigkeiten liegt im sehr bewussten Umgang mit der Zeit. Dabei kann es nicht darum gehen, Ihr wahrscheinlich ohnehin schon optimiertes Zeitmanagement noch weiter zu optimieren, sondern es kann nur darum gehen, Ihr Empfinden für das Vergehen der Zeit zu entschleunigen. Da Sie aus eigener Erfahrung wahrscheinlich wissen, dass das Vergehen der Zeit ein äußerst subjektives Geschehen ist, macht es Sinn, Ihren persönlichen Taktgeber, Ihr eingebautes Metronom zu verlangsamen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen dazu zwei Techniken ans Herz legen, die mit großer Wahrscheinlichkeit schon mit wenig Übung Ihr subjektives Empfinden für das Tempo der Zeit verlangsamen. Es ist sinnvoll die beiden Techniken in der hier angegebenen Reihenfolge miteinander zu verbinden:
setzen Sie sich bequem in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl. Achten Sie darauf, dass Ihre Wirbelsäule aufgerichtet ist, die Schultern leicht nach hinten gezogen. Der Nacken ist lang, das Kinn zum Körper gerichtet. Mit geschlossenen Augen atmen Sie nun nach folgendem Rhythmus: Atmen Sie 20 Sekunden lang ein, halten Sie den Atem für 20 Sekunden, Atmen Sie für 20 Sekunden aus. Erfahrungsgemäß werden Sie dies nicht beim ersten Mal des Übens schaffen. Sollte dies so sein, beginnen Sie mit 7 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 7 Sekunden ausatmen und steigern dann langsam und schrittweise die einzelnen Atemsequenzen, jedoch immer gleichmäßig, so dass immer alle Atemschritte im richtigen zeitlichen Verhältnis zueinander stehen. Als optimale Zeit für diese Übung schlage ich 11 Minuten vor. Danach beginnen Sie mit der zweiten Technik:
öffnen Sie die Augen und richten den Blick auf einen Punkt 30 bis 60 Zentimeter von Ihnen entfernt auf den Boden. Stellen Sie an diesen Punkt eine Uhr mit Sekundenzeiger vor sich und verfolgen Sie, wie die Sekunden vergehen, während der Zeiger die Uhr umkreist. Konzentrieren Sie sich auf die Abstände zwischen dem Ticken. Während Sie so längere Zeit auf die Uhr starren, wird es Ihnen so vorkommen, als ob die Abstände zwischen den Sekunden immer größer werden würden. Beenden Sie die Übung, wenn in Ihnen der Eindruck entsteht, als sei die Uhr stehengeblieben.
Neben allem Üben ist es hilfreich, weniger Gedanken an die Zukunft und die Vergangenheit zu verschwenden. Sperren Sie Ihr Leben nicht in eine enge Planung, sondern gestalten sie es im Jetzt. Sie machen dabei die scheinbar paradoxe Erfahrung, dass Sie Ihr Leben um so mehr selbst in die Hand nehmen, je weniger Sie es bewußt (ver-)planen.
Frühjahrsmüdigkeit nein Danke
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick…“ und Sie können sich nicht daran freuen, weil Sie sich trotz einer Extraportion Schlafs müde und schlapp durch die Gegend schleppen? Keine Sorge, Sie stehen nicht alleine da. Etwa 50 bis 70 Prozent aller in Deutschland lebenden Menschen fühlen sich mehr oder minder stark von einem Phänomen betroffen, dessen Existenz manche Wissenschaftler anzweifeln, der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit. Typische Symptome sind neben einer allgemeinen Müdigkeit und Kreislaufschwäche, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Wetterfühligkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen. Gerade in der Zeit, in der sich das Wetter umstellt, also Mitte März bis etwa Mitte April kommt es zu einem vermehrten Auftreten dieser Symptome. Nach einem besonders langen und kalten Winter, wie in diesem Jahr, kann sich dies natürlich noch bis in den Mai hin ausdehnen. Eine Ursache für das die Frühjahrsmüdigkeit liegt in unserem Hormonhaushalt. Über den dunklen Winter hin haben sich die körpereigenen Reserven des glücklich machenden und anregenden Hormons Serotonin erschöpft. Dessen Gegenspieler, das Melatonin (auch bekannt als Schlafhormon), kann jetzt seine gesamte einschläfernde Wirkung entfalten. Durch die zunehmende Lichteinwirkung der im Frühjahr länger werdenden Tage, beginnt der Köper zudem vermehrt Hormone wie Endorphine, Testostorone und Östrogene auszuschütten. Diese ungewohnte Hormondusche macht erst einmal müde. Hinzu kommen ständige Wetterwechsel, bei denen sich der Körper immer wieder von warm auf kalt und von kalt auf warm umstellen muss. Solche Umstellungen wirken sich bei vielen Menschen auf den Kreislauf aus. So hat die plötzliche Ausdehnung der Blutgefäße bei warmen Wetter oftmals eine rasche Senkung des Blutdrucks zur Folge, was Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Mattigkeit begünstigt. Schließlich spielt die Ernährung noch eine wichtige Rolle: die im Winter bevorzugte Ernährung aus tamasischen Fetten und einer vitamin- und mineralstoffarmen Kost führt zu Müdigkeit und Trägheit.
Dieses Zusammenspiel aus hormon-, ernährungs- und kreislaufbedingten Schlappmachern können Sie jedoch recht schnell in den Griff bekommen, so dass Sie sich in kurzer Zeit wieder fit und vollkommen leistungsfähig fühlen. Beginnen Sie noch heute damit, frisches Obst zu essen, Äpfel, Bananen, Birnen geben Ihnen rasch den nötigen Vitamin- und Mineralstoffkick.
Lassen Sie Ihr Auto in der Garage stehen und fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Supermarkt, bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft und im Sonnenlicht und zwar ohne Sonnenbrille. Das sieht vielleicht etwas uncooler aus, bringt aber Ihre Augen mit dem UV-Licht in Berührung, was recht bald zu einer vermehrten Ausschüttung des Serotonins in Ihrem Gehirn führt.
Gehen Sie in die Sauna, oder beginnen morgen früh damit, nach dem warmen Duschen, sich kalt abzubrausen, erst Hände, dann Füße, dann Arme und Beine, schließlich den Rumpf. Beginnen Sie immer mit der rechten, herzfernen Körperseite.
Setzen Sie sich in den Schneidersitz und bringen den linken Daumen zum linken Nasenloch. Verschließen Sie mit dem linken Daumen das linke Nasenloch und atmen Sie nur durch das rechte Nasenloch. Machen Sie dies, 3 bis 4 mal am Tag bis zu 7 Minuten, jedoch nicht vor dem Einschlafen. Die Atmung durch das rechte Nasenloch hebt den Blutdruck, gibt Power und macht warm. Energetisch gesehen wird hier eine Hauptenergiebahn (Nadi) Ihres Körpers aktiviert, die den männlichen, erhitzenden, anregenden Aspekt Ihres Körpers betont.
Ich wünsche Ihnen einen wachen und wunderbaren Start in den Frühling.
Verbinden Sie sich mit Ihren Ressourcen
Haben Sie schon einmal beobachtet, wie anmutig sich ein Schwan auf dem Wasser bewegt? Grazil und majestätisch zugleich gleitet er durch das Wasser, ein Sinnbild für Ruhe, Anmut und Leichtigkeit. Haben Sie dann einmal beobachtet, wie der gleiche Schwan wirkt, wenn er das Ufer betritt? Seine Anmut und Leichtigkeit sind wie weggeblasen. An Land watschelt der vorhin noch so majestätisch dahingleitende Schwan träge und plump daher. Der Schwan könnte nun natürlich versuchen, alles daran zu setzen, auch an Land ein Höchstmaß an Leichtigkeit in der Bewegung zu erreichen. Er könnte den Rest seines Lebens damit verbringen, ein Bewegungstraining nach dem nächsten zu absolvieren, um an seiner Performance zu arbeiten. Doch wozu?
Warum sollte er seine Energie an ein Vorhaben verschwenden, das von Natur aus nur relativ geringe Erfolgsaussichten hat? Dies hat nichts mit negativer Erwartungshaltung oder mangelndem Zutrauen in die Fähigkeiten des Schwans zu tun. Es ist nur so, dass das Land einfach nicht das Element des Schwans ist. An Land wird ein Schwan aufgrund seiner von der Natur her festgelegten körperlichen Ausmaße immer plump und unbeholfen aussehen. Daran würde auch der ausgefeilteste Ballettunterricht, die beste Alexandertechnik und selbst der inspirierendste Motivationstrainer nichts ändern.
Im Wasser hingegen bedarf es für einen Schwan keinerlei Anstrengung, keiner Mühe, um gut auszusehen. Dies ist sein Element, hier ist er zu hause. Seine Perfomance ist perfekt und natürlich, weil seine natürlichen Anlagen auf den überwiegenden Aufenthalt auf der Wasseroberfläche ausgelegt sind.
Haben Sie schon einmal überlegt, welches Element Ihnen ein Höchstmaß an Performance bietet? Oder watscheln Sie unbeholfen durchs Leben, weil Sie denken, es müsse sein, ein Höchstmaß an Kraft für ein Minimum an Erfolg zu verschwenden? Wenn Sie das Gefühl haben, schlecht und ungenügend in dem zu sein, was Sie tun, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass Sie schlecht und ungenügend sind. Es heißt in der Regel nur, dass Sie sich gerade im für Sie falschen Element aufhalten und nur das richtige Betätigungsfeld noch nicht gefunden haben. Niemand hat gesagt, dass das Leben beschwerlich und hart sein muss. Das ist es nur, wenn Sie versuchen, gegen den Strom Ihrer natürlichen Fähigkeiten und Ressourcen an zu schwimmen, weil Sie vielleicht denken, dass diese Fähigkeiten und Ressourcen nichts wert sind.
Das Ziel von Yoga ist, die Verbindung mit der Seele herzustellen. Den Yogameistern war schon immer bewußt, dass die Seele ein tiefes Wissen über die natürlichen Befähigungen, die Ressourcen und die Bestimmung eines Menschen in sich trägt. So entwickelten sie im Laufe der Jahrhunderte Techniken und Methoden, innere Blockaden, die einen Zugang zu diesen Ressourcen erschweren, aufzulösen. Ein mächtiges Mittel dies zu bewerkstelligen, haben Sie schon letzte Woche kennengelernt: die Arbeit mit dem Atem (atmen wie ein Yogi). Wenn Sie diese Atemtechnik verbinden mit folgender Handhaltung (Mudra), werden Sie nach sehr kurzer Zeit die unterschiedlichen Polaritäten in Ihrem physiologischen und energetischen System ausgleichen. Dies ermöglicht Ihnen, in Ruhe von einem erhabenem Blickwinkel, quasi aus der Vogelperspektive, das Spiel Ihres Lebens neutral zu betrachten. Dies macht den Blick dafür frei, alte, unsinnige Muster zu erkennen und abzulegen und durch neue, Ihrem wahren Wesen entsprechende zu ersetzen. Die Handhaltung: legen Sie beide Handflächen aneinander, die Daumen kommen dabei zusammen. Bringen Sie dann die Hände an Ihr Brustbein, so dass die Daumen leicht auf das Brustbein drücken. Die Sitzhaltung, die Atemführung und Dauer der Übung entsprechen den Anweisungen von Atmen wie ein Yogi.
Viel Spaß beim Üben.
Veränderungen zulassen
Eines ist klar: die einzige Konstante im Leben ist die ständige Veränderung. Selbst in dieser Minute, in der Sie diesen Text lesen, verändern sich unentwegt solche wichtigen Dinge wie die Zusammensetzung Ihres Blutes oder der Haushalt der Neurotransmitter in Ihrem Gehirn. Auf der Ebene des Alltags sehen wir normalerweise keine Notwendigkeit uns zu verändern, wenn alles zu unserer Zufriedenheit läuft (siehe Komfortzone). Erst, wenn unsere Verhaltensweisen nicht mehr zu den erwarteten Ergebnissen führen, ziehen wir die Möglichkeit in Betracht, etwas zu verändern. In diesem Falle sind wir der Akteur und können den Veränderungsprozess weitestgehend selbst gestalten. Das aktuelle Weltgeschehen führt uns aber zu der Erkenntnis, dass wir oftmals in den Sog von größeren Veränderungsprozessen geraten, in denen uns unser Handlungsspielraum erst einmal sehr begrenzt erscheint und wir uns deshalb als Opfer der Veränderung erleben. Jede Veränderung, egal ob sie sich auf einen einzelnen Menschen, eine Gruppe oder auf eine Organisation bezieht, folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Das heute in der Literatur gebräuchliche Modell solcher Veränderungsverläufe geht auf Schmidt-Tanger zurück und ist in sieben Phasen eingeteilt. Die erste Phase, die Schockphase, beschreibt die Situation nach dem Bekanntwerden der Notwendigkeit einer Veränderung, hier geht es um die erste Konfrontation mit der Realität, dass eine Veränderung anstehen wird. Die Verneinungsphase beschreibt die nun aufkommende ablehnende Haltung gegenüber der sich abzeichnenden Veränderung. Darauf folgt die dritte Phase, die Phase der Einsicht. Hier hat schon eine gewisse Auseinandersetzung mit der Veränderung, der Auswirkung auf die eigene Person und des bisherigen Verhaltens stattgefunden. Die vierte Phase, die Akzeptanzphase beschreibt den Umstand, sich in der Auseinandersetzung mit der Veränderung nicht kompetent zu fühlen, dies ist der tiefste Punkt im Veränderungsprozeß bezogen auf die Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten und Ressourcen. In der fünften Phase, der Phase des Neulernens, beginnen neue Handlungsmöglichkeiten in greifbare Nähe zu rücken. Diese werden auf ihre Tauglichkeit hin ausprobiert. Dies ist die Phase des Experimentierens mit neuen Ideen. Die vorletzte Phase, die Erkenntnisphase, macht deutlich, warum die Veränderung notwendig geworden war. Es reift ein Verständnis heran für die zukünftige Ausrichtung, den weiteren Weg nach der Veränderung. In der letzten Phase schließlich, der Integrationsphase, kommt es zur langfristigen Integration der neuen und positiv erlebten Verhaltensweisen.
Es dürfte klar sein, dass dieser phasenhaft beschriebene Veränderungsprozess mit vielen als negativ bewerteten Gefühlen, wie Frustration, Wut, Hass, Ärger, Trauer, Sorge, usw. behaftet ist. Diese Gefühle erzeugen gerade am Anfang der Veränderung Stress. Dies um so mehr, je mehr wir der Überzeugung sind, dass wir die hilflosen Opfer eines größeren Umwälzungsprozesses sind.
Der erste Schritt zur Bewältigung von Stress und Ohnmacht liegt darin, wieder ruhig zu werden und einen klaren Kopf zu bewahren. Versuchen Sie einfach einmal zu atmen wie ein Yogi. Diese Atemtechnik hilft bereits nach ein paar Atemzügen, deutlich ruhiger zu werden. Die Sauerstoffversorgung des Gehirns und des ganzen Körpers wird durch diese einfache Atemübung angekurbelt. Darüber hinaus eignet sich diese Art zu atmen auch für lang anhaltende und schwierige Lebenssituationen. Diese Technik hilft Ihnen, wieder zu sich zu finden, sich neu auszurichten und die nötige Power zu entwickeln, um die kritische Lebenslage zufriedenstellend und mit einem Lächeln auf den Lippen zu bewältigen.
Raus aus der Komfortzone
Yogis haben schon immer gewußt, was Erfolgstrainer heutzutage ihrer Klientel antragen: persönliches Wachstum findet nur statt, wenn die ausgetretenen Pfade persönlicher Gewohnheiten verlassen werden. Wir erleben diejenigen Situationen und Orte als sicher, die unser Verstand als überschaubar, geordnet und übersichtlich erkennt. Dort, wo wir uns der Illusion der Kontrolle über unsere kleine Welt hingeben können, fühlen wir uns wohl. Das Problem ist nur, dass es erstens so etwas wie absolute Sicherheit und Kontrolle über die Dinge nicht gibt und zweitens, dass sobald wir es uns in unserer eigenen kleinen und überschaubaren Komfortzone gemütlich eingerichtet haben, träge und faul werden. Warum sollten wir auch etwas verändern, wenn es gut läuft? Warum sollten wir etwas an uns verändern, wenn dies mit Leid und Anstrengung verbunden ist? Veränderung kann weh tun und macht meistens Angst, Angst vor dem Unbekannten und Neuen. Es tauchen Fragen auf, wie „Bin ich dem gewachsen, was da auf mich zukommt?“, „Bin ich stark genug?“, „Was erwartet mich auf der anderen Seite der Veränderung?“ Zudem ist Veränderung unbequem, weil das Gehirn gefordert wird, neue Wege und Lösungsstrategien zu suchen. Yogis haben schon sehr früh erkannt, dass es wenig hilfreich ist, es sich in der Komfortzone allzu gemütlich zu machen und das Leben auf trügerischen Sicherheiten zu gründen. Aus dieser Überlegung heraus trainierten sie damit ihre Fähigkeit, sich den ständig wechselnden Anforderungen der Umwelt zu stellen und trotzdem in Gelassenheit und Harmonie zu leben.
Gerade in Zeiten der weltweiten Krise, deren absoluter Tiefpunkt noch lange nicht in Sicht zu sein scheint, kann diese Haltung ein hilfreicher Ansatzpunkt sein, sich den Herausforderungen des Moments zu stellen und der Krise die darin verborgene Chance abzugewinnen. Derart innerlich gestärkt erleben Sie sich nicht als Opfer der äußeren Umstände, sondern als jemanden, der die Verantwortung für sich und seine persönlichen Verhältnisse übernimmt. Mit dieser Einstellung schärfen Sie Ihr Profil als „friedfertiger Krieger“, eines Menschen, der die Sicherheit nicht in den äusseren Dingen wie Aktionkursen oder Immobilien sucht, sondern dem klar ist, dass wahre Sicherheit nur im Selbst liegen kann. Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Selbst soviel an innerer Sicherheit gewinnt, dass Sie selbst-sicher und mit einem gelassenen Lächeln auf den Lippen den täglichen Herausforderungen begegnen und diese als das sehen, was sie wirklich sind: eine Möglichkeit zu persönlichem Wachstum.
Bewußte Kommunikation
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Politiker im Fernsehen oftmals die Fingerspitzen beider Hände aneinanderlegen? Haben Sie schon bemerkt, dass auf nahezu allen Ikonen und frühchristlichen Bildern Jesus mit bestimmten Handhaltungen abgebildet wurde? Wenn Ihnen dies bewußt ist, haben Sie sich schon einmal gefragt, warum dies so ist? Mit Sicherheit liegt dies nicht daran, dass Jesus aus lauter Langeweile nichts anderes zu tun hatte, als mit seinen Fingern zu spielen, oder dass unsere sonst so abgebrühten Politiker in TV-Auftritten plötzlich derart nervös wären, dass sie sich an den eigenen Händen fassen müssten.
Die Auflösung liegt darin, dass es sich bei diesen Fingerspielen um sogenannte Mudras handelt. Der Begriff Mudra kommt aus dem Sanskrit und heisst so viel wie "Siegel". Dabei ist das Wort "Mudra" eigentlich ein Sammelbegriff für bestimmte Augen- und Körperstellungen, sowie Atemtechniken. Die Wirkweise der Mudras lässt sich über unterschiedliche Ansätze erklären, hier einige Beispiele:
a)anhand der traditionellen chinesischen Medizin lässt sich die Wirkung der Mudras über das Meridiansystem (feinstoffliche Energiebahnen) erklären.
b)nach der Reflexzonentherapie stehen bestimmte Bereiche der Hände mit bestimmten Bereichen des Körpers in Verbindung.
c)die wissenschaftslastige westliche Medizin konnte feststellen, dass die Enden der Nervenbahnen der Hände im Gehirn einen ziemlich großen Bereich einnehmen. Man konnte herausfinden, dass das taktile Empfinden, das Tasten und Spüren der Finger die Gehirntätigkeit anregt.
Möchte man es eher technisch ausdrücken, kann man sagen, dass das Zusammendrücken bestimmter Finger bestimmte Schaltkreise im Gehirn kurzschließt und somit bestimmte Wirkungen im Gehirn und damit auch im gesamten physiologischen System erzeugt.
Selbst, wenn Sie ein notorischer Zweifler sein sollten, können Sie die Wirkung der Mudras am eigenen Leib ausprobieren. Der Vorteil daran ist, dass Sie eine Mudra immer und überall anwenden können und noch nicht einmal Angst haben müssen, schräg von der Seite angeguckt und als esoterischer Spinner abgetan zu werden, da man Mudras relativ unspektakulär fast in jeder Hosen- oder Jackentasche üben kann. Probieren Sie es doch einmal mit folgender Übung:
Sind Sie oft unter Menschen und müssen viel reden, sprechen, kurz kommunizieren? Dann ist diese Mudra genau das richtige für Sie, denn Sie steigert Ihren Sinn für bewußte Kommunikation: Egal, ob Sie stehen, Sitzen, gehen oder sonst einer Tätigkeit nachgehen, für die Sie für eine kurze Zeit Ihre Finger nicht benötigen: drücken Sie mit dem Daumen auf den Nagel des kleinen Fingers an beiden Händen. Tun Sie dies für eine Minute. Dann berühren Sie mit der Spitze der Daumen die Spitze der kleinen Finger. Auch wieder eine Minute. Wenn Sie wollen, können Sie dies mehrmals am Tag wiederholen, tun Sie dies so oft Sie wollen. Es gibt garantiert keine Nebenwirkungen, ausser, dass sich Ihr Ruf, ein ausgezeichneter Gesprächspartner zu sein, rasend schnell in Ihrem sozialen Umfeld verbreiten wird.
Ziele SMART erreichen:
Viele hochbegabte Menschen scheitern im Leben daran, dass sie keine klaren Zielvorgaben haben, an denen sie sich orientieren können. Dabei ist es gar nicht so schwer, die selbst gesetzten Ziele zu erreichen, wenn Sie ein paar Grundregeln beachten:
Die beste Zielvorgabe nützt Ihnen wenig, wenn Sie sie vorher nicht auf ein solides Fundament gesetzt haben. Damit meine ich, dass Sie sich erst einmal Klarheit darüber verschafft haben sollten, wofür Sie brennen, was Sie gut können, was Ihnen einen Sinn im Leben gibt. Es sollte sich dabei um etwas handeln, bei dem andere Menschen ein Leuchten in Ihren Augen wahrnehmen können. Dies sind die Ressourcen, aus denen Sie schöpfen, dies ist Ihre persönliche Quelle, die nie versiegt. Ziele, die in Verbindung mit dieser Quelle stehen, haben eine realistische Chance, von Ihnen erreicht zu werden.
Nehmen Sie sich ernst in dem, was Sie sagen: wenn Sie sich dazu entscheiden, etwas anzugehen, dann ziehen Sie das Ding auch durch und beenden es nicht beim ersten sich bietenden Widerstand. Machen Sie sich klar, dass Sie für sich selbst Verantwortung haben und schieben Sie diese Verantwortung nicht auf irgendwelche äusseren Umstände wie schlechtes Wetter oder die miese Laune Ihrer Mitmenschen.
Formulieren Sie Ihre Ziele SMART, das heißt: S wie spezifisch. Das Ziel sollte so konkret wie möglich formuliert sein. Jegliche Ungenauigkeit ist zu vermeiden, da Ungenauigkeit Klarheit und Eindeutigkeit verhindert. Spezifität des Ziels ist zugleich auch die Voraussetzung für das M wie messbar. Nur wenn Ihre Ziele messbar sind, werden Sie wissen, ob Sie diese auch erreicht haben. A wie akzeptiert. Das Ziel sollte mit Ihren Wertvorstellungen vereinbar sein. "A" kann auch für "attraktiv" stehen, was mehr dem oben angeführten Gedanken entspricht, Ihren Zielen ein solides Fundament zu geben. R wie realistisch. Es macht keinen Sinn, sich Ziele zu setzen, die nicht erreichbar sind. Ziele sollten Sie fordern, aber nicht überfordern. Es muss eine realistische Chance bestehen, dass Sie Ihr gesetztes Ziel auch erreichen können. T wie terminierbar. Eine Sache, die oft vergessen wird, ist die zeitliche Dimension in der Erreichung Ihrer Ziele. legen Sie vorher fest, wann das Ziel genau erreicht sein soll in einem Jahr, in drei Monaten, morgen. Bleiben Sie dabei auch in der zeitlichen Dimension realistisch.
Dieses sogenannte SMART-Modell kann eine nützliche Hilfe darstellen, wenn Sie gerade dabei sind, Ihr Leben neu auszurichten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich die Ziele setzen, die Ihrer Natur und Ihrem Wesen in jeder Hinsicht entsprechen und Sie durch das Erreichen den größtmöglichen Nutzen für sich und Ihre Umwelt bewirken.
Der Gastbeitrag:
Die Veränderung von Glaubenssätzen mit NLP
NLP hat sich in den letzten 20 Jahren im Bereich von Coaching/Veränderungstechniken in vielen Beratung- und Coachingausbildungen etabliert. Ein wichtiger Bereich der NLP-Ausbildung ist die Veränderung von Glaubenssätzen.
Glaubenssätze sind, in der Regel, unbewusste Gedanken über die Welt, über die Person selbst und Andere. Durch negative Glaubenssätze wie z.B. „Ich darf keine Fehler machen“, beeinflusst der Mensch seine Verhaltensweisen. In dem genannten Beispiel wird er wahrscheinlich mit größter Anstrengung immer versuchen perfekt zu sein, was jedoch in vielen Bereichen des Lebens nicht umsetzbar sein wird, da Lernen Fehlermachen voraussetzt; Fehler helfen Menschen durch Einsicht neue Verhaltensmuster auszuprobieren.
In einem NLP-Coaching werden vielfältige Techniken eingesetzt um Glaubenssätze zu verändern. Die Auswahl einer Technik hängt von der Entstehungsgeschichte und emotionalen Bedeutung des Glaubenssatzes ab. Kernglaubenssätze wie z.B. „Ich werde nie das erreichen, was ich möchte“ haben einen hohen Generalisierungsgrad und werden in der Regel im Bereich systemischer NLP-Interventionen eine umfassende Timelinearbeit/Aufstellungsarbeit erforderliche machen. Periphäre Glaubenssätze wie z.B. das Verhandlungsgespräch im nächsten Team-Meeting wird schwierig können in der regel schneller z.B. durch eine Ankertechnik verändert werden.
In einer NLP-Ausbildung lernt der Coach vielfältige Werkzeuge, Menschen in Veränderungsprozessen zu unterstützen und trainiert die Kompetenz, die erlernten Werkzeuge ziel- und lösungsorientiert anzuwenden.
Institut für Kommunikation und Gesundheit, Bernhard Tille, Tel.: 06172-689992
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 35, 61350 Bad Homburg
www.nlp-trainings-tille.de
Kölner Voodoo
Der Kölner hat für die Hochzeit der karnevalistischen Tage schon früh einen Ausweg aus einer verzwickten Situation gefunden: einerseits sich hemmungslos dem Treiben auf den Strassen und Kneipen hinzugeben und dabei tagelang bis morgens früh durchzufeiern (es mit der Treue auch vielleicht nicht ganz so genau zu nehmen) und gleichzeitig ein gutes Gewissen dabei zu behalten. Der Schlüssel dazu liegt im sogenannten Nubbel, einer Strohpuppe, die über dem Eingang der meisten angesagten Kneipen angebracht wird. Der Nubbel ist ungefähr lebensgroß und ist das verkörperte Sinnbild aller echten Karnevalsjecken. Auf ihn werden alle während der tollen Tage begangenen Sünden projiziert und übertragen. In der Nacht auf Aschermittwoch, dem Ende des Karnevals und dem Beginn der Fastenzeit wird der Nubbel in einer feierlichen Zeremonie vom jeweiligen Zeremonienmeister (dem Kneipenwirt) verbrannt. In dieser Kölner Variante des aus Afrika stammenden Voodoo-Kultes befreit sich so symbolisch jeder Karnevalsjeck durch die reinigende Kraft des Feuers von den begangenen Sünden und dem damit entstandenen inneren Druck des schlechten Gewissens. Damit werden Geist und Denken von einem mehr oder minder großen Gewicht entlastet und haben wieder Kapazitäten frei für die Verwirklichung der eigenen Vorhaben und Pläne. Was mit der im Karneval aufgeladenen Schuld funktioniert, läßt sich auch mit der Last Ihrer Schuldgefühle und überhaupt jeder Emotion, die Ihnen einredet, klein, schwach und wenig wert zu sein, bewerkstelligen. Alles, was Sie dazu brauchen, ist neben ein wenig Zeit, ein Blatt, ein Stift, eine Keramik- oder Metallschüssel und ein Feuerzeug. Malen sie auf das Blatt eine Figur mit menschlichen Umrissen. Die Figur sollte groß genug, sein, um, das, was sie an hinderlichem psychischen Gewicht loswerden wollen, hineinzuschreiben. Nachdem Sie alles vermerkt haben, was Ihnen eingefallen ist, benetzen Sie das Innenleben Ihrer Figur ein wenig mit Ihrem Speichel, schließen Sie die Augen und sagen sich dreimal: „Es ist an der Zeit folgende Denkmuster und Verhaltensweisen loszuwerden (… benennen Sie die Verhaltensweisen und Denkmuster laut und deutlich). Ich habe sie kreiert, ich bin dafür verantwortlich. Weil ich dafür verantwortlich bin, kann ich sie jetzt und für alle Zeit loslassen.“ Bei der dritten Wiederholung nehmen Sie Ihr Feuerzeug und verwandeln Ihre Figur und ihr psychisches Übergewicht in ein Häuflein Asche. Mögen Sie mit oder Karneval Stück für Stück freier in Denken und Fühlen werden und damit Ihr wahres Potential zum Vorschein bringen.
Yoga zum Ausprobieren:
Stress away in 15 Minuten
1.)

Sitze mit gekreuzten Beinen im Schneidersitz, der Rücken ist gerade und schließe deine Augen. Hebe deine Arme im 60° Winkel hoch, Handflächen nach oben, parallel zum Boden. Atme lang und tief durch die Nase für 1 – 3 min. Entspanne dann für 1,5 min. Diese Übung stärkt dein Herz.
2.)

Liege auf dem Rücken, bringe deine Füße zum Gesäß und umfasse die Fußgelenke mit den Händen. Atme ein und hebe deine Hüften so hoch wie möglich. Halte deinen Atem an und drücke deinen Nabel so hoch du kannst. Entspanne mit dem ausatmen und komme in die Ausgangsposition zurück. Wiederhole diese Bewegung 12 – 26 mal und entspanne dann auf dem Rücken liegend für 1,5 min. Diese Übung entspannt Deinen Unterleib.
3.)

Komme auf deine Hände und Knie, beide sind hüft- bzw. schulterbreit auseinander. Drücke deine Hüften hoch, bis du ein 60° Dreieck bildest. Laß deinen Kopf entspannt hängen, verteile dein Gewicht entspannt auf Hände und Füße und schließe deine Augen. Knie und Ellenbogen sind durchgedrückt. Atme lang und tief für 1 – 3 min. Lege dich dann für 1,5 min auf den Bauch und entspanne. Das “große Dreieck” ist eine Umkehrhaltung, bei der die inneren Organe in ihrer normalen Position gelockert werden. Diese Übung balanciert das gesamte Nervensystem aus.
4.)

Setze dich in den Schneidersitz mit geraden Rücken. Die Hände liegen entspannt auf den Knien. Lasse deinen Kopf auf die rechte Schulter fallen und beginne mit dem Kopf zu kreisen, ganz langsam. Atme ein, wenn der Kopf nach hinten kreist, atme aus, wenn er nach vorn kreist. Führe diese Übung 12 mal nach jeder Richtung aus. Diese Übung entspannt die Nacken- und Schultermuskulatur.
Sie vermissen noch etwas Wichtiges? Oder haben Sie eigene Ideen und wertvolle Tipps? Lassen Sie andere von Ihren Erfahrungen profitieren. Selbstverständlich bin ich für kritische Anregungen und Tipps jederzeit dankbar. Bitte schicken Sie doch einfach eine E-Mail an info@yoga-coaching-cologne.de
Atmen wie ein Yogi:
Setzen Sie sich aufrecht auf Ihren Stuhl oder in den Schneidersitz. Sitzen Sie auf dem Stuhl, sind beide Füße aufgestellt, die eine Hand liegt lose auf dem Oberschenkel, die andere Hand liegt auf dem Bauch. Bei Ihrem nächsten Atemzug achten Sie darauf, dass sich beim Einatmen zuerst die Bauchdecke und dann die Brust heben und beim Ausatmen erst die Brust und dann die Bauchdecke senken. Atmen Sie so tief und lang wie es Ihnen möglich ist ohne unangenehm zu werden. Machen Sie diese Übung mindestens 3 Minuten drei mal pro Tag oder sooft Sie möchten. Wenn Sie nach ein paar Tagen ein Gespür für diese Art der Atmung entwickelt haben, nehmen Sie die Hand vom Bauch, bringen beide Hände auf die Knie und führen an jeder Hand Daumen und Zeigefinger ins sogenannte Gyan Mudra, der Geste des intuitiven Wissens, zusammen.
http://www.einkaufscenter.org/category/sportkleidung
Chilli Hot Fashion
http://www.suchfalke.at
Werbegeschenke
