
Stress

Der Begriff "Stress" entstammt ursprünglich der Werkstoffkunde und beschreibt dort die Auswirkungen von Zug und Druck auf alle möglichen Materialien. Erst im Jahre 1936 wurde der Begriff von H. Selye auf Tiere und später auf Menschen übertragen. Selye gilt als Vater der Stressforschung. Nach der Definition von Wikipedia bezeichnet Stress einerseits durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physiologische Reaktionen bei Tieren und Menschen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und andererseits die durch diese Reaktionen entstehende körperliche und geistige Belastung. Zu unterscheiden sind zwei Arten von Stress:
den positiven Stress (Eustress), der immer dann auftritt, wenn wir vor einer schwierigen, dennoch aber bewältigbar erscheinenden Herausforderung stehen. Diese Art Stress gibt uns den nötigen Anreiz, den Kick, den wir brauchen, um über uns hinauszuwachsen;
den negativen Stress (Distress) der unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit schwächt, weil er durch die Dauer und subjektiv eingeschätzte Schwere der Belastung einen negativen Einfluss auf Körper und Seele ausübt. Wir erleben ein Gefühl des Ausgesetztseins von Druck bei gleichzeitig schwindenden Handlungsspielräumen. Distress hat sehr viel mit der subjektiven Bewertung der stressauslösenden Situation zu tun: Stress entsteht dann, wenn wir uns einer Situation nicht gewachsen fühlen, wenn die Situation unsere emotionalen, zeitlichen, finanziellen und gesundheitlichen Ressourcen zu überlasten droht.
Auf der körperlichen Ebene reagieren wir auf Stresssituationen wie unsere Vorfahren vor 20000 Jahren. In der Steinzeit war es sowohl für den einzelnen Menschen, als auch die ganze menschliche Rasse lebenswichtig, bei Bedrohungen von Außen (zum Beispiel dem Anblick eines Säbelzahntigers) den Körper in Sekundenbruchteilen auf "Flucht" oder "Angriff" zu schalten. Dies geschah und geschieht noch heute durch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortisol. Dadurch kommt es zu folgenden Effekten auf körperlicher Ebene:
Die Muskeln geraten in eine erhöhte Vorspannung
der Blutdruck steigt
die Atemfrequenz wird schneller
Der Herzschlag und Puls wird beschleunigt
die Blutgefäße verengen sich
die Zucker- und Fettreserven des Körpers werden angezapft
das Kühlsystem des Körpers (Schwitzen) wird angeregt
Gleichzeitig kommt es zu einer Energieeinsparung und Drosselung folgender Bereiche:
Magen- Darmtätigkeit fährt herunter
Immunsystem fährt herunter
Sexualfunktion fährt herunter
kognitive Prozesse (analytisches Denken) fährt herunter
Während noch zu Ötzis Zeiten diese Reaktionen des Körpers auf eine Bedrohung durch Bewegung abgearbeitet werden konnten, fehlt uns im normalen Büroalltag des 21. Jahrhunderts diese Möglichkeit. Es ist so, als ob man einen Motor ständig im Leerlauf auf Höchstdrehzahlen laufen lassen würde. Während die Stresssituation im Büro die genannten körperlichen Effekte hervorruft, fehlt die Möglichkeit der natürlichen Abreaktion. Dies führt auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden.
Das 3-Phasen-Modell der Stressreaktion:
1. Phase: BEDROHUNG: im Körper werden alle zur Verfügung stehenden Ressourcen gebündelt und Kräfte mobilisiert, um die Bedrohung zu bekämpfen oder vor ihr fliehen zu können.
2.Phase: KAMPF gegen die Bedrohung: der Widerstand gegen andere Stressfaktoren lässt nach. Durch die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Kortisol wird der Körper für alle möglichen Bakterien anfällig.
3.Phase: ERSCHÖPFUNG: anhaltender Stress laugt die körperliche Abwehr aus. Durchgehender Stress führt je nach Veranlagung zu psychischen oder psychosomatischen Symptomen (oder zur typischen Wochenend-Migräne oder anderen Erkrankungen, die gerne zu Beginn des Urlaubs oder an Feiertagen auftreten).
Stressbewältigung
Individuelle Bewältigungsmuster sind sehr verschieden. Nicht alle sind allerdings hilfreich. Nachgewiesenermaßen dysfunktional sind Strategien wie Ausharren und Grübeln. Der Körper verbleibt auf hoher Aktivitätsstufe (Alarmbereitschaft), der Kopf arbeitet und der Mensch verharrt in hilfloser Passivität. Das führt zu den beschriebenen Symptomen.
Vom Stress erholt man sich am schnellsten wie bereits weiter oben beschrieben durch körperliche Aktivität. Eine gute und kurze Yogareihe, die die negativen Folgen von Stress beseitigen kann, finden Sie hier:
Stress away in 15 Minuten
Daneben können Sie auch versuchen, zu atmen wie ein Yogi. Diese Atemtechnik hilft bereits nach ein paar Atemzügen, deutlich ruhiger zu werden. Die Sauerstoffversorgung des Gehirns und des ganzen Körpers wird durch diese einfache Atemübung angekurbelt. Darüber hinaus eignet sich diese Art zu atmen auch für lang anhaltende und schwierige Lebenssituationen. Diese Technik hilft Ihnen, wieder zu sich zu finden, sich neu auszurichten und die nötige Power zu entwickeln, um die kritische Lebenslage zufriedenstellend und mit einem Lächeln auf den Lippen zu bewältigen.
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